Der Einstieg in VoIP für ein Unternehmen, auch wenn dieses nur über einen Mitarbeiter verfügt, hat einen anderen Charakter als im Privatbereich, da die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Telefonie geschäftsrelevant sind. Hierzu sollten vor Planung der VoIP-Strategie folgende Fragen beantwortet werden:
In Abhängigkeit von der Komplexität der zu realisierenden Lösung ist abzuwägen, ob eine eigene Infrastruktur für Telefonie aufzubauen ist oder ein Dienstleister mit einem virtuellen PBX zum Einsatz kommen kann. Die prinzipiellen Optionen sind
Die einzelnen Optionen werden im folgenden detailliert betrachtet. Informationen zu relevanten Produkten finden sich an anderer Stelle im Wiki.
Diese Option ist heute oft als Übergangslösung realisiert, da sie auf Basis einer bestehenden ISDN oder analogen Tk-Anlage die einfache Nutzung von VoIP ermöglicht. An die bestehende Tk-Anlage wird über eine Kopplung, vorzugsweise per ISDN S0, ein VoIP-Gateway als „zusätzliches Amt“ angeschlossen. Dieser registriert sich bei einem oder einer Reihe von VoIP-Providern und bietet so als Amtsoption die kostengünstigere VoIP-Möglichkeit.
Bei verteilten Standorten eines Unternehmens, die per Internet verbunden sind, kann über einen VPN-Tunnel zwischen Standorten die Registrierung des VoIP-Gateways auch in einem VoIP-Server erfolgen, so daß beispielsweise Gespräche innerhalb der Firma ohne zusätzliche Kosten erfolgen können.
Voraussetzungen seitens der Tk-Anlage für diese Art der Nutzung von VoIP ist die Existenz von mindestens einer freien, externen ISDN S0 Schnittstelle.
Produkte:
Eine VoIP-fähige Telefonanlage beinhaltet in einem Gerät die Optionen für klassische Endgeräte und Festnetz-Amtsanschlüsse, jedoch auch über einen Breitband-Internet-Zugang die Möglichkeit der Nutzung von VoIP über einen oder mehrere Provider. Damit erübrigt sich die Kopplung zwischen Tk-Anlage und separatem VoIP-Gateway. LCR und Gesprächsmanagement sowie Leistungsmerkmale wie Konferenzen, Vermitteln, Weiterleitungen etc. können damit homogen zwischen Festnetz und VoIP in einer Anlage verwaltet werden.
Im Wiki werden VoIP-fähige Telefonanlagen zusammenfassend vorgestellt.
Der Unterschied zwischen einer virtuellen und einer physischen Telefonanlage liegt nur darin, daß das virtuelle System keine spezifische Hardware erfordert, d.h. es werden VoIP-Endgeräte an eine per Software realisierte Tk-Anlage auf einem handelsüblichen Server realisiert. Je nach Art der Softwarelösung werden auch ein- und abgehend Festnetzleitungen unterstützt.
Aus Benutzersicht ist die Funktion gleich einer gewöhnlichen Telefonanlage mit integrierter VoIP-Unterstützung oder VoIP über angeschlossene VoIP-Gateways. Aus Betreibersicht sind die Kosten geringer, da es sich schwerpunktmäßig um eine Softwarelösung handelt und diese ggf. sogar kostenfrei zu erhalten ist (z.B. Asterisk).
Hier im Wiki werden Software-Lösungen zusammengefasst.
Ob die virtuelle Tk-Anlage nun lokal im Unternehmen bzw. zuhause steht oder ob sie bei einem Provider im Internet gehostet wird, spielt für die Funktionalität eine nur geringe Rolle. Eine gehostete Lösung ist typischerweise kostengünstiger als eine eigen betriebene, da die Bündelung von Mandanten auf einer gemeinsamen Plattform effektiver ist.
Es können weiterhin lokal VoIP-Telefone verwendet werden, die sich jedoch dann über einen Router über das Internet zu der beim Provider befindlichen Anlage verbinden.
Verschiedene Anbieter von VoIP-Lösungen als Managed Service sind im Wiki zusammengestellt.
Werden vorwiegend Gespräche zu Kunden/Partnern extern geführt und steht die unternehmensinterne Kommunikation nicht im Vordergrund, bzw. sind Mitarbeiter auch sehr mobil und sollen von unterschiedlichen Standorten aus die Unternehmenstelefonie nutzen können, dann ist auch eine Lösung mit unabhängigen VoIP-Telefonen denkbar.
VoIP-Telefone sind im Wiki zusammengestellt.
Schließlich lohnt es sich ab einem gewissen Volumen von Gesprächsaufkommen bzw. ab einer gewissen Komplexität einer Organisation, über das komplette Outsourcing der Telefonie nachzudenken. Während bei den selbst integrierten Lösungen typischerweise Internetzugang, Endgerätekonfigurationen und Tk-Anlagen aus verschiedenen Händen stammen, wird bei einem Outsourcing die gesamte Dienstleistung der Erbringung von Telefonie nach extern vergeben. Welche Endgeräte, welche Tk-Leistungsmerkmale, welche Internetzugänge und -bandbreiten erforderlich sind, wird nicht direkt durch den Auftraggeber bestimmt, sondern durch dessen Anforderungen.
Anbieter dieses kompletten Outsourcings sind beispielsweise
Einige Hersteller von Endgeräten bieten dies jedoch auch in Zusammenarbeit mit Partnern an, z.B.