Interner ISDN S0-Bus (Fritzbox Anschluss FON-S0)

Für das Verständnis der internen Rufnummernproblematik und einiger Tastencodes müssen einige Grundlagen zum ISDN Bus-System bekannt sein.

Elektrik

  • Bus bezeichnet eine lang gestreckte Verkabelung (keine „sternförmig“ zusammenlaufende Verkabelung).
  • Max. Länge bei beliebiger Verteilung der Dosen über die Länge ist ca. 100m , Abschlußwiderstände (Terminierung) an beiden Enden sollte ab ca. 10-20m vorhanden sein.
  • Die Terminierung erfolgt an einem Ende durch die FBF, da diese eine Terminierung eingebaut hat, am anderen Ende kann die Terminierung durch eine Dose mit Abschlußwiderständen erfolgen.
  • Sofern mehr Endgeräte ohne eigene Stromversorgung angeschlossen sind und diese (deswegen) nicht korrekt starten/arbeiten, kann - anstatt der Dose mit Abschlußwiderständen (ggf. Ausbauen) - am anderen Ende auch einen (alter) NTBA (der an keinem Amt angeschlossen ist) angeschlossen werden. Dessen Netzteil dient dann noch zur ergänzenden Stromversorgung der Telefone. Falls ein NTBA zur Stromversorgung benötigt wird, aber nicht zur Terminierung dienen soll, kann man meist per DIP-Schalter oder Jumper dessen standardmäßige Terminierung abstellen.
  • Es soll zwar manchmal nur ein ISDN-Endgerät ohne Netzteil an der FBF fehlerfrei funktionieren, oft, insbesondere wenn die FBF z.B. nicht als Modem und ohne WLAN läuft kann sie aber durchaus auch mehrere (sparsame) ISDN-Endgeräte ohne eigene Netzteile fehlerfrei versorgen, wenn nur die restliche Elektrik passt. Ausprobieren!
  • Insbesondere Knacken, Krächzen, hartes „Rauschen“, Stille und Verbindungsabbrüche (alles durch (Reflexions/Laufzeit) Fehler in der digitalen Datenübertragung) können auch von zu langen Kabeln an den Telefonen (vom Telefon zur ISDN-Dose im Bus/Hauptstrang) verursacht werden. (Eine Schnur von 4m kann schon zu lang sein!!!)

Inkompatibilitäten

  • ISDN Fehler und Abbrüche können auch durch ISDN Funktionen der Fritzbox ausgelöst werden, die von einigen Geräten nicht oder nicht richtig unterstützt werden. Beispielsweise „Display-Messages“ oder Signalisierung einer automatischen Rückrufmöglichkeit. Siehe unten stehende Tastencodes für dessen Deaktivierung.

MSNs - ISDN Rufnummern

  • MSNs werden auf verschiede Weise in ISDN Geräte einprogrammiert, siehe Handbuch des jeweiligen Geräts.
  • An den ISDN Endgeräten hinter der Fritzbox werden die externen Nummern (ohne Vorwahl/Ortskennziffern) als MSN einprogrammiert. (Bzw. man behält die Einstellung wie beim Betrieb der Geräte direkt am ISDN-Mehrgeräteanschluß bei.)
  • Eine externe MSN kann in mehreren ISDN Geräten einprogrammiert sein. (So können auch mehr als zwei Endgeräte gleichzeitig angesprochen werden, ohne dass der Engpass des ISDN-Busses (nur zwei Kanäle) schon beim Klingeln relevant wird. (Ein ISDN-Bus erlaubt nur zwei gleichtzeitig aktive/verbundene („abgehobene“) Telefone und auch nur zwei verschiedene MSNs gleichzeitig zu rufen.)
  • Falls eine externe MSN in mehr als einem Endgerät einprogrammiert wird, empfiehlt es sich den Geräten als erste, „abgehende“ oder „Haupt-MSN“ jeweils eindeutige lokale MSN einzuprogrammieren (und die gewünschte(n) externen MSN(s) als Zusätzliche). Erst mit der lokalen MSN werden die Geräte dann intern auch einzeln anrufbar, und die lokale MSN als „Haupt-MSN“ zu verwenden sorgt dafür, dass bei internen Anrufen auch die interne Nummer und nicht die externe angezeigt wird. Beim neu Einrichten von ISDN Endgeräten in der FB (Geräte von 1 bis 8) werden automatisch die lokalen MSN Nummern 51-58 und 50 angelegt, diese kann man den einzelnen Geräten in der FB anschließend statt der externer Nummern manuell zuordnen (und in die Geräte einprogramieren).
  • Da bei der FB externe MSNs auf dem internen Bus verwendet werden, kommt die FBF ohne eine Zuordnung von externen MSNs auf interne MSNs in der FBF aus. (Ohne Einschräkungen jedoch nur solange nur jeweils ein Endgerät mit einer externen MSN programiert wird.) Sobald man zum eindeutigen Ansprechen einzelner Endgeräte zusätzlich interne MSNs benötigt ergibt sich folgendes Problem. (Einige?) ISDN Endgeräte reagieren auf alle gerufenen MSNs, die mit den gleichen Ziffern enden wie eine einprogrammierte MSN. Wenn also z.B. eine externe MSN auf ..51 endet, reagiert ein solches Telefon auf diese externe Nummer auch wenn nur die interne 51 einprogrammiert ist und es gar nicht auf die externe Nummer reagieren soll.
  • Um andere lokale MSNs als 50-58 in der FB zuweisen/nutzen zu können, kann man erfundene Festnetz(ISDN)-MSNs oder Internetrufnummern in der FB anlegen. Erfundene Internetrufnummern sind zudem bei einer älteren FB nötig, wenn man Telefonbucheinträge mit eigenen Kurzwahlen für interne Ziele definieren möchte. (Telefonbucheinträge für interne Ziele funktionieren hier nur über SIP-URIs). Die computergestützte Wählhilfe aber scheint noch nicht für eine MSN zu funktionieren, die über eine Internetnummern definiert wurde; um die Wählhilfe für ein ISDN-Telefon neben dem Computer zu nutzen, ist für dieses daher so lange entweder eine lokal erfundene Festnetz(ISDN)-MSN anzulegen und zuzuordnen, oder eine lokale 5x-er MSN zuzuordnen.)
  • Eine erfundene (interne) Internetrufnummer kann z.B die „718“ mit Benutzername „718“ sein (7xx-er Nummern machen Sinn weil dies der Bereich der FB Kurzwahlen ist), als Kennwort kann man immer „passt-nie“ und als Registrar „127.0.0.1“ oder auch eine (ungenutzte) IP aus dem lokalem Netz nehmen (je nach Vorliebe für die Fehlermeldungen in den Systemereignissen). Dann kann die 718 einem ISDN Gerät als MSN zugeordnet werden (aber auch einem Analog/DECT/SIP-Telefon) und das Gerät ist (über einen entsprechenden Telefonbucheintrag mit der SIP Adresse des lokalen Benutzer 718@127.0.0.1) unter der frei gewälhten Nummer **718 im 7xx-er Bereich erreichbar. (Aber auch von Extern, ggf. über ENUM + Dynamic-DNS, selbst wenn die Registrierung des Benutzers beim Registrar niemals gelingen wird weil der Benutzer und ggf. Server nur erfunden sind.)
  • Letztlich kann es eine Option sein auf die Funktion der internen „ISDN Nebenstellennummern“ (MSN-Kurzwahlen) der FBF (**5x) ganz zu verzichten, da sie nicht immer einfach, flexibel und mit vollständiger Funktionalität konfiguriert werden kann. Alternativ werden dann einfach nach belieben die externen MSNs sowie passende und geeignete (nicht auf gleiche Ziffern endende) interne MSNs in die Endgeräte einprogrammiert, und man nutzt für interne Anrufe auf ISDN Endgeräte dann immer den umständlicheren **5*<msn># Code zum rufen der MSNs.

Fritz!Box Fon Tastencodes und interne Rufnummern

Wenn keine automatische Amtsholung aktiviert ist, gelten die folgenden Codes. Bei automatischer Amtsholung (Standard) ist ** oder R voranzustellen.

Tastencode Funktion
0 Amtsholung. Für die anschließend gewählte Nummer gelten die Wahlregeln.
1 Ruft Nebenstelle 1 (Anschluss FON-1).
2 Ruft Nebenstelle 2 (Anschluss FON-2).
3 Ruft Nebenstelle 3 (Anschluss FON-3).
4 Amtsholung. Für die anschließend gewählte Nummer wird kein CbC verwendet.
5n Interne Kurzwahl [!] für die (externe oder lokale) MSN die dem n-ten ISDN-Gerät (Nummern 51-59 und 50 (50 entspricht ISDN-Rundruf.)) in der FB zugewiesen wurde. (Muss also nicht bedeuten, dass tatsächlich eine „interne Nummer“ (5n) gerufen wird!) Wenn für ein Gerät keine MSN zugewiesen ist (z.B. für 59), werden wie mit 50 alle ISDN Geräte am ISDN-Bus (Anschluss FON-S0) gerufen (MSN „0“). Wenn eine (externe) MSN zugewiesen ist wird diese gerufen, und wenn mehrere Geräte auf diese MSN programiert wurden, klingeln alle diese Geräte. Um die Geräte in auch einzeln ereichbar zu machen, müssen den Geräten in der FB eindeutige lokale MSNs statt der externen Nummern zugewiesen werden, und diese MSNs müssen (zusätzlich zur externen MSN) in den ISDN-Endgeräten einprogrammiert werden. (Siehe unter „MSNs“ oben.)
5*<msn># Ruft tatsächlich die MSN <msn> [wie angegeben] am internen ISDN-Bus. (Die MSN kann als lokale oder externe MSN in der FB definiert sein, muss aber nicht. Dann übermittelt die FB die zugehörigen Namen auf Telefondisplays. Damit ein Gerät klingelt reicht es aber, dass die entsprechende MSN in angeschlossenen Endgrät(en) einprogramiert ist.
60x Zugang zum FB Anrufbeantworter x. (x=0..4)
61x Ruft das interne DECT Telefon x. (x=0..9, 0=erstes DECT Telefon)
62x Ruft den internen SIP Benutzer x. (x=0..0, 0=erster SIP Benutzer)
7xx Wählt die Kurzwahl xx. (Kurzwahlen für Telefonbucheinträge können besonders bei gemischtem Betrieb von Analog-,ISDN-,DECT- und SIP-Geräten dazu genutzt werden um eine einheitliche und (bis auf die vorangestellte 7 bzw. 8) den eigenen Wünschen entsprechende Nummerierung/Benennung für Zimmer/Anschlüsse/interne Rufnummern/Geräte/SIP-Accounts(user@sip.server.domain) zu realisieren. Bei einer älterer FB kann es sein das *-Codes aus dem Telefonbuch heraus nicht richtig gewählt werden (Besetztton), dann kann man erfundene Internetrufnummern (siehe oben) zuordnen, und dann SIP-URIs <Benutzername>@127.0.0.1 ins Telefonbuch eintragen.
8xxx Wählt Vanity-Nummer xxx einer Kurzwahl. (Längere Nummer die sich ergibt wenn man eine entsprechende Buchstabenfolge (z.B. einfach zu merkende Namen) am Telefon eintippt.)
9 Rundruf/Sammelruf. Ruft alle internen Nebenstellen, nicht jedoch die Nebenstelle von der aus der Ruf erfolgt, Faxgeräte und Anrufbeantworter.
*m#nnnn Anwahl der Nummer nnnn über die an der Nebenstelle als Position m (0 entspricht 10) eingetragene MSN.
*0n Ruf von Nebenstelle n (1…3) heranholen
*10#nnnn Anwahl der Nummer nnnn über den analogen Festnetzanschluß ohne CbC-Präfix, selbst wenn ISDN auch angeschlossen ist.
*11m#nnnn Anwahl der Nummer nnnn über die Festnetz-MSN an Position m (0 entspricht 10).
*12#nnnn Anwahl der Nummer nnnn über den ersten VoIP-Provider.
*12v#nnnn Anwahl der Nummer nnnn über den VoIP-Provider an Position v (0 entspricht 10).
*31# Nummer für nächsten Anruf unterdrücken.
*#<code> Überträgt die <code> Befehlsfolge zum Provider. Die FB versucht nicht den *- oder #- Befehl selbst auszuwerten.
<Zielrufnummer># Mit # kann eine Rufnummer abgeschlossen werden, damit der Verbindungsaufbau sofort ohne Verzögerung gestartet wird. (Entspricht „Return/Enter“, „Send“ oder „Ausführen“.)
#40<Nebenstelle>* * Eine bestehende Rufumleitung für <Nebenstelle> deaktivieren.
#41<Nebenstelle>*<Rufnummer>* Für <Nebenstelle> eine Rufumleitung zur <Rufnummer> einrichten.
#81<Nebenstelle>*0* Klingeln an <Nebenstelle> abschalten (sperren).
#81<Nebenstelle>*1* Klingeln an <Nebenstelle> einschalten. (Sperre aufheben.)
#881* * Aktiviert den Wecker für alle Telefone.
#881# Deaktiviert den Wecker.
#96*0* WLAN auschalten.
#96*1* WLAN einschalten.
#96*2* CAPI over TCP auschalten.
#96*3* CAPI over TCP einschalten.
#96*4* TCP Port 1012 schliessen.
#96*5* TCP Port 1012 öffnen. (Ausgabe von Log/Status/Monitoring-Meldungen.)
#96*6* „Bier holen“ auf das Display des (ISDN) Telefons ausgeben (Gag von AVM).
#96*7* Telnet einschalten.
#96*8* Telnet ausschalten.
#96*9* Uptime anzeigen.
#97*0* MWI einschalten.
#97*1* MWI ausschalten.
#960*0* Display-Messages am internen S0 ganz deaktivieren.
#960*1* Display-Messages am internen S0 maximal.
#960*2* Display-Messages am internen S0 minimal. (Minimieren/deaktivieren bei Rufaufbauproblemen mit einigen Endgeräten)
#960*4* Außerordentliche Signalisierung von Gesprächen mit Rückrufmöglichkeit (bei ISDN-Geräten mit fehlerhafter Behandlung / vorzeitigen Abbrüchen von abgehenden Gesprächen) ⇒ Rückruf bei Nichtmelden durch Drücken von „5“ nur noch möglich, wenn zuvor im ISDN-Gerät auf Keypad-Modus gestellt wird, oder durch Auflegen und Wahl von „*37#“. Rückruf bei Besetzt durch Drücken von „5“ nicht möglich, sondern ausschließlich durch Auflegen und Wahl von „*37#“
#960*4* Normale Signalisierung von Gesprächen mit Rückrufmöglichkeit
R Taste „R“ ist oft nur bei Analogtelefonen vorhanden. Mit ihr kann eine bestehenden Verbindung (vorübergehend) unterbrochen und im Hintergrund „gehalten“ werden, und auch wieder hervorgeholt werden. Die R Taste bestellt einen erneuten Wählton ohne die bestehende Verbindung zu beenden.
R0 Ein anklopfendes Gespräch abweisen.
R<Zielrufnummer> Aktuelles Gespräch wird gehalten, und Verbindung mit <Zielrufnummer> („Rückfrage“) wird aufgebaut.
R1 Aktuelles Gespräch beenden und nur noch eine (die andere) Verbindung weiterführen. (Rückfrage einstellen)
R2 Zwischen zwei Verbindungen hin und her schalten, auch zu einer neu anklopfenden Verbindung. (Makeln)
R3 Zusammenschalten der 3 Teilnehmer beider Verbindungen. (Dreierkonferenz)
R4 Gespräch beenden während ihre Gesprächspartner beider Gespräche (ggf. auf Ihre Kosten) weiter verbunden bleiben bzw. werden. (Vermitteln)
## Gespräch beenden.

Eine Wikiseite mit detaillierteren Tastencodes ist http://www.wehavemorefun.de/fritzbox/FON#Tastencodes.

Forenthemen sind z.B: interner Wählplan, dieser Thread und hier mit Listen zum Ausdrucken in verschieden Formaten.

 
voip/avm/fbf/codes.txt · Zuletzt geändert: 2010/09/01 16:52 von bomo
 
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