Auch VoIP benötigt Teilnehmerkennungen, die für die Adressierung einer Gegenstelle, die man anrufen möchte, verwendet werden können. Das SIP-Protokoll verwendet URIs (Uniform Resource Identifiers), die eine Nutzerkennung und eine Domain enthalten. SIP-URIs sind ähnlich aufgebaut wie Webadressen im Internet.
Beispiele:
Ein SIP-Client (z.B. ein IP-Telefon oder ein VoIP-Gateway) verwendet diese URIs, um einen Server zu identifizieren, über den der genannte User erreicht werden kann. Erhält der SIP-Client diese Informationen, so kann ein Anruf an die Gegenstelle erfolgen.
Parallel dazu werden auch gewöhnliche Telefonnummern verwendet, die über ENUM auf SIP-URIs abgebildet werden können. Erfolgt also ein Anruf von einem VoIP- und ENUM-fähigen Telefon, so kann dieser direkt und kostenfrei durchgeführt werden. Erfolgt der Anruf über Festnetz, so muß ein Provider diesen auf der jeweiligen Festnetznummer entgegennehmen und als SIP-Anruf weiterleiten. Die Technik hierzu ist in einem separaten Artikel über ENUM-Einträge dargestellt.
Analog werden so auch Anrufe, die per VoIP getätigt werden, jedoch als Gegenstelle eine klassische Festnetznummer haben, von einem Provider weitergeleitet. Diese Weiterleitung wird auch als „Termination Service“ bezeichnet.
| an Festnetznummer | an VoIP (SIP-URI) | |
|---|---|---|
| von Festnetznummer | kostenpflichtig über das Festnetz | kostenpflichtig über einen VoIP-Provider |
| von VoIP (SIP-URI) | kostenpflichtig über einen VoIP-Provider | kostenfrei und direkt über das Internet |
Das Schöne daran ist, daß Anrufe von SIP-URI zu SIP-URI über das Internet für beide Parteien kostenlos sind.
SIP URIs verwenden eine URI-Syntax, die eine Reihe optionaler Parameter erlaubt:
proto:[user[:password]@]host[:port][;params][?headers]