Telefonnummern

Telefonnummern folgen einem einheitlichen Schema, um die internationale Kompatibilität zu gewährleisten. Dieses Schema, E.164, ist ein Standard der ITU.

Struktur

Rufnummern in E.164 bestehen aus maximal 15 Ziffern, die von öffentlichen Netzen ausgewertet werden können. Zusätzlich können bis zu 40 weitere Stellen für spezifische Rufnummern und Dienste verwendet werden, die in den angesprochenen Endgeräten oder Telefonanlagen interpretiert werden müssen. Eine Rufnummer nach E.164 besteht aus

  • Landescode (z.B. 49 für Deutschland)
  • Ortskennzahl (z.B. 711 für Stuttgart)
  • Teilnehmernummer (z.B. 334455 für einen Telefonanschluß)

Die letzten beiden Teile werden auch als nationale Nummer bezeichnet. In manchen Ländern sind nationale Nummern stets von einer festen Länge (z.B. USA: 415-323-5816 mit Area Code 415 und Nummer 323-5816). In Deutschland ist die Länge variabel und regional unterschiedlich.

Nummerierungspläne beschreiben die Struktur nationaler Rufnummern (Ortsnetze, Mobilnetze, Sonderrufnummern).

Um im Stuttgarter Ortsnetz (Vorwahl 0711) eine deutsche Ortsnetznummer 555666 im gleichen Ortsnetz 0711 zu erreichen, könnte man prinzipiell eine von drei verschiedene Rufnummern wählen:

  • 555666
  • 0711 555666
  • 0049 711 555666

Diese drei sind inhaltlich äquivalent, können jedoch von Carriern in Bezug auf Routing oder Tarifierung verschieden behandelt werden. So kann ein Carrier beispielsweise nur die jeweils eine Variante zulassen (z.B. Ortsgespräche nur ohne Vorwahl, nationale Gespräche nur ohne Landespräfix). Im Mobilfunkbereich werden für Nummern mit +49 i.a. andere SMS-Gateways benutzt als für nationale Nummern.

Rufnummergassen

Als Rufnummergassen bezeichnet man Gruppen von Rufnummern mit einem gemeinsamen Präfix, die alle die gleiche Art von Telefonnummern repräsentieren. In Deutschland sind beispielsweise die Rufnummergassen 015, 016 und 017 für Mobiltelefonie verwendet. 032 dient für nicht-geographische Rufnummern.

In manchen Ländern (z.B. USA) gibt es keine Rufnummergassen im konventionellen Sinne - man spricht von einem integrierten Nummerierungsplan. Rufnummern für Mobilfunk und Festnetz kommen aus dem gleichen Nummernraum und können auch untereinander portiert werden. Zu einer gegebenen Rufnummer kann man daher nicht einfach feststellen, ob diese nun im Festnetz oder Mobilnetz terminiert.

ENUM

Mit der zunehmenden Nutzung von VoIP (Voice over IP) steigt auch der Bedarf, Abbildungen zwischen VoIP-Adressen und gewöhnlichen E.164 Telefonnummern zu schaffen, um eine einheitliche Erreichbarkeit zu schaffen. ENUM steht für „tElephone NUmber Mapping“ und ist eine Anwendung des Internet Domain Name Systems zur Übersetzung von E.164 Telefonnummern in Internet-Adressen (z.B. SIP-URIs), die z.B. für VoIP genutzt werden können. Die Einführung in ENUM beschreibt, wie diese Abbildung hergestellt und getestet werden kann.

Der Vorteil von ENUM besteht darin, daß SIP-fähige Endgeräte dann bei Anrufen auf Rufnummern mit ENUM-Einträgen ggf. nicht den Umweg über das klassische Telefonnetz machen müssen, sondern direkt eine SIP-URI anrufen können. Dies erfolgt dann kostenfrei.

Portierung

Ein weiteres Thema mit dem zunehmenden Einsatz von VoIP auch im privaten Bereich ist die Portierung von Rufnummern von Festnetzanbietern zu VoIP-Anbietern, d.h. die Mitnahme von Rufnummern beim Anbieterwechsel. Nicht alle Festnetz- und VoIP-Anbieter unterstützen dies jedoch.

In Ländern mit integrierten Nummerierungsplänen (z.B. USA) ist auch die Portierung von Festnetznummern auf Mobilfunkanschlüsse und umgekehrt möglich, da keine Unterschiedung der Rufnummernbereiche erfolgt.

Regulatorische Anforderungen

In verschiedenen Ländern (z.B. Deutschland und Österreich) können gewöhnliche Ortsnetzrufnummern (geographisch gebundene Rufnummern) nur vergeben werden, wenn der Antragsteller einen Ortsbezug hat, d.h. beispielsweise eine Postadresse oder einen bestehenden Telefon-, DSL- oder Kabelanschluß. In allen anderen Fällen sind nicht-geographische Nummern zu vergeben.

Deutschland

In Deutschland dürfen ortsbezogene Rufnummern nur an Personen mit entsprechendem Ortsbezug (z.B. Wohnsitz, Firmenstandort) vergeben werden. Es ist jedoch möglich, ortsunabhängige Telefonnummern zu erhalten. Hierfür ist der Präfix 032 reserviert. Die Erreichbarkeit von Rufnummern aus dieser Gasse ist jedoch leider noch providerabhängig. Ebenso sind die Tarifierungen von Anrufen auf 032-Nummern nicht einheitlich. Üblicherweise werden Telefonate auf 032-Nummern als Ferngespräche berechnet.

Die Testrufnummer 032-222121230 von T-Online kann verwendet werden, um die Erreichbarkeit von 032-Rufnummern zu überprüfen.

Die Erreichbarkeit von Sonderrufnummern und Notrufen über Anbieter ist ebenfalls nicht einheitlich. Als Sonderrufnummern gelten Rufnummern mit den Präfixen 013, 018, 0700, 0800, 0900 sowie die Auskunftsnummern beginnend mit 118.

Österreich

In Österreich dürfen ortsbezogene Rufnummern nur an Personen mit entsprechendem Ortsbezug (z.B. Wohnsitz, Firmenstandort) vergeben werden. Es ist jedoch möglich, ortsunabhängige Telefonnummern zu erhalten. Hierfür ist der Präfix 0720 reserviert. Die Erreichbarkeit von Rufnummern aus dieser Gasse ist jedoch leider noch providerabhängig. Ebenso sind die Tarifierungen von Anrufen auf 0720-Nummern nicht einheitlich.

Die Erreichbarkeit von 0720- und 0780-Rufnummern, sowie von ENUM-registrierten Rufnummern wird über eine Wiener Rufnummer, die von SelfNet.at geschaltet ist, ermöglicht.

 
telefonie/numbers.txt · Zuletzt geändert: 2006/08/27 12:51 von gandalf94305
 
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