Grundsätzliches

Fax verhält sich wie ein normales Telefongespräch. Ohne Server o.ä. wird direkt eine Wählverbindung zwischen 2 Endgeräten aufgebaut.

Da es technisch wie ein Telefongespräch läuft, gilt auch der gleiche Tarif wie für ein Telefongespräch.
Da telefonieren und Faxen aber mit anderen Geräten gemacht wird, muss man ein Fax von einen Telefongespräch unterschieden können.

Wie man Fax und Telefon voneinander trennt

Dienstekennung (bei ISDN)

Im ISDN gibt es verschiedene Dienstekennungen (Sprache, Daten, Fax, Bild, Audio(universal) ).
An Telefonanlagen kann man daher Einstellen, was für Geräte angeschloßen sind.

Diese Dienstekennung funktioniert nur bei ISDN und evtl auch noch im Handynetz. Im analogen Festnetz funktioniert es nicht. Manche neuere Anlagen (z.B. Fritz!Boxen mit neuer Firmware) verwenden daher keine Dienstekennung mehr.
Die Nebenstellen reagieren daher immer auf eingehende Anrufe, egal mit welcher Kennung die sind. Die Dienstekennung sollte für Telefone immer auf Telefon stehen, für Fax-Geräte auf 'Fax' oder besser auf Universal/Kombigerät.

Da es viele Anlagen gibt, an denen es falsch eingestellt ist und noch mehr Analoge Anschlüße, wo es Dienstekennung nicht gibt, ist die Dienstekennung keine Unterscheidungsmerkmal.

Wegen der Dienstekennung kann man nicht per Selbst-Anruf oder per Anruf von/zum Handy testen, ob das Fax oder Anlage richtig eingestellt sind.

Unterscheidung bei ISDN

Da man bei ISDN mehrere Nummern hat, bekommt das Faxgerät einfach exklusiv eine eigene Nummer.
Für die Nebenstelle, an der das Fax angeschloßen ist, sollte das Anklopfen ausgeschaltet sein und 'Besetzt-Bei-Besetzt' an.

Fax/Telefon Kombinationen sind ungeeignet für ISDN. Wer ein solches Gerät bereits besitzt, braucht die Telefonfunktion einfach nur nicht verwenden.

Da es klar ist, das ein eingehender Ruf an der Fax-Nebenstelle auch ein Fax ist, stellt man das Fax-Gerät so ein, das es jeden Ruf sofort annimmt und direkt mit dem Empfang beginnt

Fax mit ISDN und Fritz!Box

Die Nebenstellen der Fritz!Box sind von zu schlechter Qualität, so dass Fax je nach Fax-Gerät und Firtz!Box-Modell nicht zuverlässig funktioniert.

Hier sollte besser ein anderer a/b-Wandler verwendet werden. Dieser kommt direkt an den NTBA und nicht hinter die Fritz!Box, da Fax eh nur über Festnetz laufen sollte. Auch hier bekommt das Fax exklusiv eine eigene Nummer.

UPDATE: In neuen Firmwares hat sich die Qualität verbessert. Das Faxgerät direkt an eine Nebenstelle der Fritz!Box sollte also klappen. Fax über VoIP kann je nach Gerät, Provider, Seitenzahl und Gegengerät klappen.

Unterscheidung bei Analog

Passive Fax-Weiche

Das Fax wird in die N-Buchse und ein Telefon wird in die F-Buchse der gleichen TAE-Dose gesteckt. Wer DSL hat, steckt die Geräte in den Splitter. Wer einen Telefon/DSL-Router (z.B: Fritz!Box) hat, steckt dessen Telefon-Eingang mit F in den Splitter. Mehr dazu weiter unten.

Geht ein Anruf ein und man nimmt am Telefon ab, lauscht das Fax-Gerät in das Gespräch und übernimmt, wenn Fax-Töne von der Gegenstelle erkannt werden. War es kein Fax, kann man ganz normal Telefonieren.

Damit man auch Faxe empfangen kann, wenn man nicht zuhause ist, braucht man ein Telefon mit eingebautem Anrufbeantworter (AB), oder noch einen AB extra. Damit das sendende Faxgerät nicht zu früh aufgibt, sollte der AB nach spätestens 4 Tönen drangehen.
Wird ein AB extra angeschloßen, ist es wichtig, das Faxgerät links und den AB in die rechte N-Buchse zu stecken. Wird die AB-Ansage selbst aufgesprochen, sollten am Anfang einige Sekunden Stille sein, damit das Fax die Töne der Gegenseite sicher auswerten kann.

Die passive Fax-Weiche ist oft schon in das Faxgerät eingebaut.
Diese Funktion wird meistens nicht als 'passive Weiche' beschrieben. Einfach in der Anleitung nachlesen, ob dort ein Modus beschrieben ist, der sich wie hier beschrieben verhält.

Ausgehendes Faxen oder Telefonieren funktioniert ganz normal ohne Besonderheiten.

Aktive Fax-Weiche

Ein eigehender Anruf wird direkt von der Weiche angenommen.
Die Weiche untersucht dann, ob ein Fax oder ein Telefongespräch eingeht.
Dann lässt die Weiche das Telefon oder das Faxgerät klingeln. Hier wird das Faxgerät so eingestellt, das es sofort übernimmt.
Während das Telefon klingelt, erzeugt die Weiche einen Rufton oder eine Warte-Ansage.

Nachteile: CLIP geht verloren und der Anrufer zahlt schon fürs warten.

Auch die aktive Weiche gibt es in einigen Fax-Geräten schon eingebaut.
Hier ergeben sich noch mehr Nachteile: Bei manchen Modellen klingelt nur das Faxgerät und nicht das Telefon. Man muss dann am Telefon abheben und am Fax einen Knopf drücken. Besonders wenn Fax und Telefon nicht zusammen stehen ist das unpraktisch.

Diese Funktion wird meistens nicht als 'aktive Weiche' beschrieben. Einfach in der Anleitung nachlesen, ob dort ein Modus beschrieben ist, der sich wie hier beschrieben verhält.

Ausgehendes Faxen oder Telefonieren funktioniert ganz normal ohne Besonderheiten. Evtl funktioniert die R-Taste vom Telefon nicht.

In manche Fax-Geräte ist die Funktion bereits eingebaut. Dabei kann man auswählen, ob die Weiche sofort das Gespräch übernimmt, oder erst nach einigen Klingeltönen.

Die aktive Faxweiche ist generell nicht zu empfehlen. Sie kann evtl geeignet sein, wenn man nur sehr selten Anrufe bekommt und viele Faxe.

passive Fax-Weiche 'von Hand'

Der Benutzer selbst erkennt die Fax-Töne und muss dann am Faxgerät oder am Telefon eine Taste drücken. Diese Variante ist nur eine Not-Lösung. Fax-Empfang bei Abwesenheit ist nicht möglich.

Besondere Anwendungsfälle für passive Fax-Weiche (bei ISDN)

Wenn man (in Mehrbenutzer-Anlagen) eine Knappheit von Nebenstellen oder Nummern hat, kann man auch hier die passive Faxweiche verwenden

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Dies geht nur dann gut, wenn Fax und Telefon auf der gleichen Nummer laufen UND nur diese eine Nebenstelle auf diese Nummer läuft. Sonst könnte man versehentlich an einer anderen Nebenstelle abheben, und die Weiche würde nicht funktionieren.
Mit einer aktiven Weiche würde das gleiche auch gehen.
Die Funktionsweisen sind sonst wie oben genannt.

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Eine Türsprechanlage, die Analog an eine Telefonanlage angeschloßen wird, kann sich mit dem Fax die Nebenstelle teilen. Die Türsprechanlage muss so eingestellt sein, dass sie Anrufe automatisch annimmt. Geht ein Fax ein, hört man dann aber an der Sprechanlage kurz die Fax-Töne.
!! Diese Variante nicht mit Notruf-Anlagen (Aufzug-Notruf, Personen-Ruf, Hausnotruf,..) machen !!

Besondere Anwendungsfälle für passive Fax-Weiche (Analog-Anschluß mit DSL und Telefon/DSL-Router (z.B: Fritz!Box))

Das Faxgerät/Weiche wird ausserhalb der Firtz!Box angeschloßen.

Also Faxgerät/Weiche direkt an die N-Buche vom Splitter und die Firtz!Box an F.

Da manche Fritz!Boxen einen besonders dicken Stecker haben, der sowas verhindert, kann man zwischen den Telefon-Stecker der Fritz! und den Splitter eine kurzes Verlängerungsstück setzen.
Gut geeignet sind dazu Adapter von TAE-F auf NFN mit 0,2 m Kabel. Den NFN-Adapter brauchts zwar nicht, das Teil ist aber wegen der geringen Größe gut geeignet.

Hinter der Firtz!Box muss dann ein Telefon und AB angeschloßen werden, die auf den Festnetz-Anschluß reagieren. Es gelten die gleichen Bedingungen wie oben.

Gilt natürlich auch für Speedport und andere DSL/Telefon-Router am Anlog-Anschluß

UMS

Manche Provider bieten UMS oder Fax-Mailboxen an.
Hier kann direkt beim Provider das Fax empfangen werden. Man bekommt dazu eine normale Festnetz-Numemr oder eine Sonderrufnummer. Der Sender schickt an diese Nummer das Fax, das einem dann per eMail zugsandt wird oder man kann später das Fax gezielt an ein echtes Faxgerät schicken.

Das eigene Fax-Gerät (falls vorhanden) kann dann auch zusammen mit Telefon auf der gleichen Nummer laufen und wird so eingestellt, dass es garnicht von selber empfängt.
Als Absender-Kennung trägt man in sein Gerät die UMS-Nummer ein.

Hat man eine UMS-Box, mit der man empfangene Fax auf ein Fax-Gerät ausgeben kann, schaltet man das Gerät nur für diesen Vorgang auf Empfang und danach wieder aus.

Zusammenfassung (optimale Lösung)

ISDN: Das Faxgerät bekommt exklusiv ein eigene Nummer und eine eigene Nebenstelle an der TK-Anlage

Analog: die passive Fax-Weiche wird verwendet. Es wird ein Anrufbeantworter oder besser ein Telefon mit eingebauten AB benötigt

Analog mit DSL/Telefon-Router: Das Faxgerät wird ausserhalb des Routers direkt an den Splitter angeschloßen. Am Router wird ein Telefon mit/und AB angeschloßen, die auf die Festnetz-Nummer reagieren.

!! Einen Telefon/DSL-Router (z.B: Fritz!Box) immer auch an Telefon-Netz anschließen, auch wenn nur VoIP benutzt wird. Sonst geht Notruf nicht !!
Wer wirklich nur VoIP verwendet, kann das Fax-Gerät dann auf Sofort-Empfang stellen.

 
telefonie/fax.txt · Zuletzt geändert: 2008/05/10 13:43 von grosshad
 
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