Call-by-Call und Preselection

Call-by-Call

Unter Call-by-Call versteht man im Festnetz die Nutzung verschiedener Anbieter zur Durchführung abgehender Anrufe durch Vorwahl eines speziellen Präfixcodes, der einen Anbieter auswählt. Dies kann individuell vor jedem Telefonat unterschiedlich erfolgen. Anstelle der Rufnummer 07111334455 (T-Com Tarif z.B. mit 3,9 ct/min) würde man beispielsweise in Deutschland 0109907111334455 (Tarif mit z.B. 0,95 ct/min) wählen, um den Call-by-Call Anbieter mit dem Code 01099 (dies ist nur ein Beispiel - hier muss natürlich eine korrekte Anbietervorwahl verwendet werden) zu nutzen.

Einige Call-by-Call-Anbieter sind in der Übersicht von Telefonieanbietern mit enthalten, sofern im Wiki Informationen dazu vorliegen. Da das Thema des Wiki jedoch VoIP ist, stellt diese Liste bei weitem keinen vollständigen Überblick dar.

Preselection

Telefoniert man ohne Vorwahl eines Anbieterpräfixes, so wird der für diesen Telefonanschluss voreingestellte „Verbindungsnetzbetreiber“ verwendet. Dies ist normalerweise das Telekom-Unternehmen, das den Anschluss technisch bereitstellt (z.B. T-Com, Arcor).

An Anschlüssen, die Call-by-Call unterstützen, kann man einen Call-by-Call-Anbieter auch fest einstellen lassen, so daß dieser für alle Rufnummern ohne Anbieterpräfix automatisch gewählt wird. Dieser Vorgang wird Preselection genannt. Call-by-Call ist dann weiterhin möglich.

Verfügbarkeit

Deutschland

Diese Möglichkeit besteht bei Telefonanschlüssen der T-Com, jedoch typischerweise nicht bei alternativen Festnetz-Anbietern und überhaupt nicht bei VoIP- oder Mobilfunk-Anbietern.

Vorwahlen für Call-by-Call beginnen mit 010 (fünf Stellen bei 0101x..0109x, sechs Stellen bei 0100xx).

Den ausgewählten Anbieter kann man mit

  • 0310 (für Ferngespräche)
  • 0311 (für Ortsgespräche)

überprüfen. Es ist dann eine Ansage zu hören, die den jeweiligen Betreiber identifiziert. Bei Anbietern, die nicht bundesweit Call-by-Call für Ortsgespräche anbieten, kann man dies durch Wahl der Anbietervorwahl und dann 0311 überprüfen.

Vor- und Nachteile

Vorteil von Call-by-Call (CbC) ist die Möglichkeit, günstigere Tarifstrukturen auszunutzen. Nachteile liegen häufig darin, daß die Anzahl der CbC-Anbieter undurchsichtig ist und selbst bei Einschränkungen auf wenige, die tatsächlich genutzt werden, plötzliche Tarif- und Taktänderungen für Überraschungen sorgen können. So kann beispielsweise ein Anbieter, der gestern noch den günstigsten Tarif für Handygespräche mit 9,60 ct/min und einem 60/60 Takt anbot, heute den gleichen Tarif mit 300/300 Takt anbieten. Ein Dienst, der 10,50 ct/min bei Takt 60/60 berechnet, wäre damit im Schnitt deutlich günstiger.

Während Tarife für Auslandsgespräche i.a. zeitunabhängig sind (24 Stunden, 7 Tage die Woche den gleichen Minutenpreis), unterscheiden sich die Preise innerhalb von Deutschland z.T. signifikant. Da Wechsel zu Stundengrenzen z.T. deutlich sein können (z.B. 0,95 ct/min von 17-19 Uhr, jedoch 1,50 ct/min ab 19 Uhr), kann ein Telefonat über diese Stundenwechsel hinweg deutlich teurer werden als erwartet. Im Zweifelsfall müsste man um 18:59 Uhr unterbrechen und ggf. mit einem anderen Anbieter das Gespräch um 19:00 Uhr fortsetzen.

Wann und wie es sich lohnt

Die manuelle Verwendung von Call-by-Call lohnt sich also nur mit Anbietern, deren Tarife relativ stabil bleiben, z.B. für Anrufe in bestimmte Länder.

Ansonsten sollte man Call-by-Call mit LCR (Least-Cost Routing) einsetzen, d.h. der Option mancher Telefonanlagen, anhand von gespeicherten Tabellen und der aktuellen Uhrzeit sowie dem aktuellen Wochentag jeweils den günstigsten Anbieter zu wählen. Auch hier stellt sich jedoch die Problematik der Tarifwechsel bei Stundengrenzen. Es lohnt sich also, einen groben Überblick über die eingestellten Tarife zu haben, um zumindest kritische Stundengrenzen zu kennen und entsprechend zu handeln. Regelmäßige Aktualisierungen der LCR-Tabellen sind ebenfalls erforderlich, um aktuelle Tarife zu nutzen.

 
telefonie/cbc/start.txt · Zuletzt geändert: 2006/08/27 13:55 von gandalf94305
 
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