Qualitätsprobleme und Störungen bei analoger Telefonie

Anschlußprobleme

Beim Anschluß von Geräten an analoge Schnittstellen ist zu beachten, daß zwar Stecker passen können, jedoch ggf. die Belegung von Adern und Kontakten unterschiedlich ist. Insbesondere beim Betrieb von analogen Geräten in anderen Ländern als dem Ursprungsland können derartige Effekte auftreten.

Analoge Telefone mit RJ11-Stecker und Telefonanlagen mit RJ11-Buchsen verwenden üblicherweise für das analoge Signal a/b die beiden mittleren Kontakte. Es gibt jedoch auch Telefone (z.B. von Siemens), die die beiden äußeren Kontakte belegen.

Passen nicht einmal die Stecker (z.B. RJ11, RJ12, RJ45), dann ist gründlich zu recherchieren, in welcher Art und Weise der Anschluß erfolgen kann. Beispielsweise verwendet die Fritz!Box Fon ein Spezialkabel, das ISDN und analoge Amtsanschlüsse über ein Kabel mit TAE-Adapter anzuschließen erlaubt. Dieser TAE-Adapter kann natürlich nicht in Frankreich oder in der Schweiz verwendet werden. Es ist hier ratsam, einen Adapter von TAE auf RJ11 zu verwenden oder selbst ein Spezialkabel für das jeweilige Land herzustellen.

Signalprobleme

In digitaler Technik können Signale digitalisiert zuverlässig und identisch zwischen den Endpunkten einer Kommunikationsverbindung transportiert werden, d.h. es treten keine Signalveränderungen auf außer durch

  • Datenverluste (bestimmte Datenpakete gehen im Transit verloren und die übertragenen Signale zeigen Aussetzer)
  • Verzögerungen (die Isochronität der Übertragung ist nicht mehr gewährleistet, d.h. die zeitliche Abfolgen von Paketen beim Sender und Empfänger sind verschieden)

In analoger Technik kann das Signal selbst Gegenstand von Veränderungen sein, die beim Sender, beim Empfänger oder im Transit an verschiedenen Stellen auftreten:

Geisterklingeln

Das fälschliche Auslösen von Klingelsignalen ohne Anruf.

  • Es wird vermutlich durch Potentialschwankungen auf Leitungen verursacht und erzeugt an einem entsprechend empfindlichen Gerät ein Phantomsignal, das als eingehendes Klingelsignal interpretiert wird.
  • Geisterklingeln kann ggf. durch Erdung von Abschirmungen, Ferritkerne an Telefonleitungen oder die Führung über Überspannungsschutzverbindungen an einer USV behoben werden.

Rauschen

Ein Störgeräusch bestehend aus einer Bandbreite hoher Frequenzen mit gleichbleibender oder variierender Amplitude

  • Lose Kontakte können ein Rauschen durch Aufnahme vom elektromagnetischer Strahlung aus der Umgebung hervorrufen.
  • Verwendung falscher Impedanzeinstellungen oder Abschlußwiderstände in Telefonen und Verbindungen zu Tk-Anlagen sowie Wanddosen können zu Rauschen führen, da sich Schwingkreise bilden, die durch unterschiedliche, zufällige Frequenzen der Umgebung angeregt werden.
  • Rauschen kann auch durch fehlerhaft isolierte oder geerdete Geräte verursacht werden. Schutzleiterkontakte bei Steckdosen und Steckerleisten können defekt sein. Drehen des Anschlußsteckers um 180° kann helfen, da dann Nullleiter und Phase vertauscht werden.

Brummen

Ein Störgeräusch bestehend aus einer Bandbreite niedrigerer Frequenzen mit meistens gleichbleibender Amplitude

  • Eine Stromleitung, die in unmittelbarer Nähe der Sprachleitung verläuft, kann einen 50 Hz Brummton auf die Telefonleitung übertragen. Abhilfe schaffen eine Abschirmung der Telefonleitung sowie die Verlegung von Wechselstromleitungen und Telefonleitungen getrennt voneinander. Ein Abstand von mind. 30 cm wird empfohlen.

Knacken

Ein unregelmäßig intermittierend, jedoch nicht periodisch auftretendes, kurzes Störgeräusch, das das Sprachsignal überlagert

  • Kurze, elektromagnetische Impulse aus sich öffnenden oder schließenden Stromkreisen (Schalter, Relais, Heizungssteuerungen, Fernseher, Halogenröhren, …) können Knacken in Telefonleitungen hervorrufen. Eine Abschirmung gegen diese Einflüsse ist praktisch nicht möglich, da die Impulse sehr stark sind.
  • Eine Unterbrechung von Verbindungskabeln (z.B. Wackelkontakt im Kabel zwischen Hörer und Telefon oder zwischen Telefon und Wandsteckdose) kann zu intermittierendem Knacken führen. Ein Tausch der Kabel beseitigt die Störung.

Rattern

Ein mit kurzer Periode auftretendes, mit dem Tuckern eines Motors oder Hämmern eines Bohrhammers vergleichbares Störgeräusch, das das Sprachsignal überlagert

  • GPRS/GSM-Signale und andere gepulste Signale (z.B. DECT) führen in unmittelbarer Nähe zu anderen Funkeinrichtungen oder Telefonen zu einer induktiven Übertragung und einem Rattern in Telefonverbindungen. Entfernen des Senders (Handy, DECT-Mobilteil) auf ca. 30-60 cm Distanz sorgt für Ruhe.
  • Fehlerhaft oder nicht synchronisierte ISDN-Anschlüsse können auch zu einem Rattern in Verbindungen sorgen.

Pfeifen

Ein hochfrequenter Ton (vielleicht mit einem Anteil Rauschen), ggf. mit Oberschwingungen, die zu einer an- und abschwellenden Amplitude führen

  • Dies kann durch Wechselwirkung mit einem Hochfrequenzgerät, z.B. einem CDROM-Laufwerk, einer Festplatte oder einem Laserdrucker entstehen.
  • Ein einfacher Schwingkreis kann sich aus lockeren Kabelverbindungen in der Nähe von Transformatoren (Netzteilen) bilden, der Signale auf in der Nähe verlaufenden Leitungen beeinflusst.

Übersprechen

Eine induktive Wechselwirkung zwischen zwei parallel laufenden Sprachleitungen, deren Signale sich aufeinander übertragen.

  • Die Verbesserunge der Abschirmung einzelner Telefonkabel ist erforderlich, wenn Übersprechen auftritt. Das Verdrillen der Adern gegeneinander soll ebenfalls gegen Wechselwirkungen einzelner Adernpaare helfen. Laufen Adern stattdessen parallel, so können Signale von einem Adernpaar auf ein benachbartes ausstrahlen.

Leise Signale

Zeichen einer Abschwächung oder unzureichenden Verstärkung.

  • Die Lautstärke des Mikrofons ist zu gering eingestellt.
  • Kabel sind zu lang oder besitzen einen zu hohen Widerstand.
 
telefonie/analog/probleme.txt · Zuletzt geändert: 2006/06/09 09:05 von gandalf94305
 
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