Integration einer Fritz!Box Fon mit einer Tk-Anlage via ISDN

Geeignet ist diese Anleitung für die Kopplung aller Fritz!Box Fon Varianten mit internem S0-Anschluß, d.h. diese Konfiguration kann mit allen Fritz!Box Fon Modellen durchgeführt werden:

Dabei ist es unerheblich, ob die Fritz!Box über einen analogen, einen ISDN oder keinen Amtsanschluß selbst verfügt. Die Kopplung kann in jedem Fall genau wie hier beschrieben durchgeführt werden.

Man unterscheidet jedoch drei Varianten:

  • Fritz!Box als „Amt“: Hierbei wird der Amtsanschluß einer Tk-Anlage von dem Provider-NTBA einfach auf den internen FON S0 Port der Fritz!Box umgehängt. Die Fritz!Box selbst kann dann entweder über einen analogen Amtsport (ein Kanal), einen ISDN-Port mit zwei Kanälen (z.B. der bisherige Provider-NTBA) oder nur VoIP-Kanäle verfügen. In diesen Fällen kann ein LCR in der Fritz!Box genutzt werden, um entsprechend günstige Tarife für abgehende Gespräche zu nutzen.
  • Fritz!Box als zusätzliches „Amt“: Hierbei wird ein zusätzlicher Amtsanschluß der Tk-Anlage mit der Fritz!Box verbunden, die typischerweise selbst nicht an einem analogen oder ISDN Anschluß hängt, sondern nur für das VoIP-Routing zuständig ist. In diesem Fall sollte die Tk-Anlage über ein LCR für Festnetzanrufe und ein Routing für VoIP-Gespräche verfügen. Die Fritz!Box benötigt dann nur noch Wahlregeln, um Ziele zu Providern zuzuordnen.

Die andere Option einer Fritz!Box als Unteranlage der Tk-Anlage mit Anschluß der Tk-Anlage als Amt an die Fritz!Box ist im Detail beschrieben unter der Rubrik für die Kopplung mit Tk-Anlagen via Analog/ISDN-Port (VoIP-Gateway als Nebenstelle).

Fritz!Box Konfiguration

Zunächst werden die erforderlichen VoIP-Accounts in der Internettelefonie definiert. Jeder Account erhält eine eigene „Internettelefonnummer“. Diese können i.a. frei vergeben werden, sollten nicht länger als 8 Ziffern sein und nicht mit einer Null beginnen. Sie dienen als eine Art virtuelle MSN für die VoIP-Zugänge. In keinem Fall sollten die vollständigen Eingangsrufnummern (z.B. 497141556677 oder 070319043255) eingetragen werden, da diese nicht erlaubte MSN repräsentieren. In der Fritz!Box muß dazu für den Anbieter „Anderer Anbieter“ ausgewählt und „Internetrufnummer für die Anmeldung verwenden“ abgeschaltet sein. In den Feldern für Username und Passwort sowie SIP-Registrar und -Proxy werden wie üblich die Werte des Providers eingetragen.

Idealerweise verwendet man auch die internationalen Einstellungen für die Fritz!Box, um Präfixe für Ortsnetz und Länderkennung vorgeben zu können. Verschiedene Provider fordern vollständige Nummern mit Länder- und Ortskennung auch für deutsche Festnetzanrufe.

Zum Beispiel: der erste SIP-Account in der Fritz!Box, der mit *121# gewählt werden kann, bekommt als Internetrufnummer 8001, der zweite (*122#) die 8002, der dritte (*123#) die 8003 und so weiter…

Vorsicht:

Manche Tk-Anlagen unterstützen keine MSNs mit weniger als drei und mehr als acht Stellen. MSNs dürfen nicht mit einer Null beginnen, denn sonst wären sie von Festnetznummern mit Vorwahl nicht zu unterscheiden.

Vorsicht:

T-Online erfordert die Angabe von „Internetrufnummer für die Anmeldung verwenden“ und die Verwendung der kompletten Internetrufnummer (mit 032-Vorwahl). Wird eine andere Nummer verwendet, so ist die Registrierung des VoIP-Eintrags nicht erfolgreich.

Test der Konfiguration

Zum Test muß es nun möglich sein, an einem analogen Telefon, das an der Fritz!Box angeschlossen ist (oder ISDN-Telefon ohne eingetragene MSN) Anrufe über die VoIP-Accounts zu tätigen bzw. eingehende Anrufe entgegenzunehmen. Für das analoge Telefon ist zu beachten, daß in seiner Konfiguration unter TELEFONIE → NEBENSTELLEN beim jeweiligen Fon die Box „auf alle Rufnummern reagieren“ angekreuzt ist.

Kostenoptimierung für abgehende Rufe

Für das eigentliche Routing von abgehenden Anrufen über verschiedene Anbieter kann beispielsweise ein LCR von www.telefonsparbuch.de verwendet werden.

Konfiguration und Anschluß der Tk-Anlage

Der interne ISDN-Port der Fritz!Box wird an einen externen S0-Port der Tk-Anlage angeschlossen. Damit agiert die Fritz!Box als weiteres „Amt“ für die Tk-Anlage. Die Fritz!Box könnte auch das einzige Amt der Tk-Anlage sein!

Hinzuweisen wäre noch auf den Analog/ISDN-Converter von Auerswald. Der kann aus bis zu 2 analogen Ports einen neuen ISDN-Port „erschaffen“. Somit könnte z.B. an einer Fritz!Box Fon mit 2 analogen Nebenstellen ein interner S0-Port geschaffen werden, an einer 5050 oder 7050 WLAN mit 3 analogen Nebenstellen und internem S0-Port ein zweiter interner S0-Port; damit könnte eine nachgeordnete ISDN-Telefonanlage über bis zu 2 S0-Ports an an eine Fritz!Box Fon angeschlossen werden (die S0-Ports als Mehrgeräteanschluß konfiguriert - Anlagenanschluß unterstützt die FBF nicht, und auch nicht der analog/ISDN-Converter). Evtl. LCR sollte dann bei der FBF bleiben.

In der Tk-Anlage werden die „Internetrufnummern“, die in der Fritz!Box definiert wurden, als MSN auf dem S0-Port eingetragen, an dem die Fritz!Box angeschlossen wurde. Die Rufverteilung der Tk-Anlage für die jeweiligen MSN bestimmt, welche Telefone bei welchen eingehenden VoIP-Anrufen klingeln.

Für abgehende Anrufe verwendet die Tk-Anlage die Fritz!Box als Amt, d.h. es ist durch ein geeignetes automatisches Amtholen, ein LCR oder durch Ausnahmeregeln zu definieren, welche Nummern über welchen S0 gehen sollen. In der Fritz!Box selbst bestimmen die Wahlregeln bzw. das LCR, welcher Anbieter zu verwenden ist. Als abgehende MSN sieht der Angerufene die jeweilige MSN des gewählten Anbieters.

Alternativ könnte die Tk-Anlage auch für bestimmte Nebenstellen andere MSN nach außen verwenden, so daß diese Information von der Fritz!Box genutzt werden kann, um abgehende Anrufe gezielt über VoIP oder Festnetz zu leiten. Diese Konfigurationsmöglichkeit hängt jedoch von den Optionen der Tk-Anlage ab.

Für die folgenden Tk-Anlagen gibt es detailliertere Anleitungen:

Fallback: Tk-Anlage als "Festnetzanschluß" der Fritz!Box Fon

Eine Tk-Anlage kann als Ersatz für einen Festnetzanschluß der Fritz!Box Fon verwendet werden, wenn der externe ISDN-Anschluß der Fritz!Box mit einem internen S0 der Tk-Anlage verbunden wird. Die Fritz!Box kann dann im Falle eines Fallbacks bzw. einer direkten Anwahl des Festnetzes mit

*111#
wieder auf die Tk-Anlage verweisen. Dort sollte der entsprechende interne S0-Anschluß mit automatischer Amtsholung und beispielsweise LCR versehen werden.

Dieses Verfahren kann eingesetzt werden, um im Falle einer Anlagenkopplung via ISDN ein Fallback für nicht per VoIP routebare Nummern an die Tk-Anlage durchzuführen.

Vorsicht:

Es muß darauf geachtet werden, daß der wieder an die Tk-Anlage zurückgegebene Anruf als Fallback nicht zu einer Endlosschleife führt, da das Routing in der Anlage den Ruf wiederum an die Fritz!Box übergibt. Dies erfolgt am einfachsten dadurch, daß dem Fallback-S0-Port die Amtsberechtigung für den externen S0-Port, an dem der interne ISDN FON S0 Anschluß der Fritz!Box eingesteckt ist, entzogen wird. Damit bleibt nur ein Routing über den weiteren, externen S0-Port, d.h. das Festnetz-Amt.

 
pbx/isdn/fritzfon/start.txt · Zuletzt geändert: 2006/05/23 06:40 von gandalf94305
 
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