Auerswald ISDN-Anlage und Fritz!Box Fon mit internem S0-Port

Diese Anleitung soll Schritt für Schritt zeigen, wie die Konfiguration herzustellen ist. Als Beispiel wird ein häufig benötigtes Szenario mit Anlagenanschluss gewählt. Grundstrategie ist der Einsatz der Fritz!Box Fon als reiner VoIP-Gateway und der Auerswald-Anlage als reiner Festnetz-Gateway.

Grundkonfiguration

In der Grundkonfiguration ist die Auerswald-Anlage so eingerichtet, dass sie mit ihrem externen ISDN-Port S0-1 mit einem ISDN-Festnetzanschluss (Mehrgeräteanschluss oder Anlagenanschluss) verbunden ist und die internen Telefone (analog und ISDN) über diesen Anschluss telefonieren können. Die Rufverteilung ist so eingerichtet, dass korrekt bei eingehenden Rufen die jeweiligen Telefone klingeln. Abgehende MSN/DDI sind so eingerichtet, dass sie korrekt bei abgehenden Anrufen nach draussen signalisiert werden.

An der Auerswald-Anlage muss mindestens ein externer S0-Port frei sein und optional ein weiterer, interner S0-Port zur Verfügung stehen.

Die Fritz!Box Fon ist unabhängig davon am Internetzugang angeschlossen und so konfiguriert, dass ein lokal an der Fritz!Box Fon angeschlossenes Telefon über die eingerichteten VoIP-Accounts telefonieren und Anrufe empfangen kann. In der FBF ist für jeden VoIP-Account eine Internetrufnummer festgelegt. Die Rufverteilung der Fritz!Box Fon ist eingerichtet.

Die Fritz!Box Fon muss über einen internen S0-Port verfügen (FON S0).

Nun gilt es, die beiden zusammen zu bringen.

Schritt 1: VoIP-Anrufe an Teilnehmer der Auerswald-Anlage

Per VoIP an der Fritz!Box Fon eingehende Anrufe sollen an die Auerswald-Anlage weitergeleitet werden, so dass dort Teilnehmer diese Gespräche entgegennehmen können.

Dazu muss zunächst ein ISDN-Kabel von FON S0 der Fritz!Box Fon zu dem zweiten, externen S0 (S0-2) der Auerswald-Anlage gezogen werden. Die Fritz!Box Fon wird damit quasi „Amt“ für die Auerswald-Anlage.

In der Auerswald-Anlage wird dieser externe S0-Port als Mehrgeräteanschluss und digitales GSM-Gateway definiert. Bei Eingang eines VoIP-Anrufs an der Fritz!Box Fon wird auf deren internem S0-Bus die zugehörige Internetrufnummer als „MSN“ signalisiert. Damit die Auerswald-Anlage darauf reagieren kann, werden diese Internetrufnummern identisch als externe Rufnummern an S0-2 als MSN eingetragen.

Kommt nun ein VoIP-Anruf auf der Fritz!Box Fon an, signalisiert diese die zugehörige MSN auf FON S0, die Auerswald-Anlage erhält diese auf S0-2, nimmt den Ruf entgegen und signalisiert ihn entsprechend der definierten Rufverteilung an den internen Teilnehmern.

Sollen bei eingehenden VoIP-Anrufen beispielsweise parallel FON 1 und Teilnehmer der Auerswald-Anlage klingeln, so wird ausserdem für FON 1 in der Nebenstellenkonfiguration die entsprechende Internetrufnummer mit angegeben.

Zweiter Schritt: Abgehende VoIP-Anrufe von der Auerswald-Anlage

Teilnehmer an der Auerswald-Anlage sollen auch per VoIP abgehend telefonieren können.

Hierzu wird im VoIP/GSM-Ausnahmerouting der Auerswald-Anlage für bestimmte Präfixe definiert, welche Anwahlen (1. bis 3.) zu nehmen sind.

Beispiel im Falle einer Deutschland-Flatrate:

  • 01, 0800, 0900, 0700, 10…99 über Festnetz
  • 00, 02, 03, 04 , 05 , 06, 07, 08, 09 über VoIP

Festnetz entspricht dabei S0-1, VoIP S0-2.Wählt man nun an einem beliebigen Telefon der Auerswald-Anlage z.B. 0-0711-123456, so erfolgt das Routing über S0-2, d.h. die Fritz!Box Fon. Welchen Weg der Ruf tatsächlich nimmt, hängt entweder von der abgehenden MSN ab (eine der Internetrufnummern), oder wird durch explizite Wahlregeln/LCR in der Fritz!Box Fon definiert.

Dritter Schritt: Festnetzanrufe an der Fritz!Box Fon signalisieren

Rufe, die über das Festnetz an der Auerswald-Anlage eingehen, sollen auch an Telefonen der Fritz!Box Fon ankommen können.

Hierzu vergibt man eine ungenutzte Nebenstellennummer in der Auerswald-Anlage, z.B. die 540. Diese wird einem freien internen S0-Port zugeordnet. An diesem wird die Fritz!Box Fon mit ihrem externen (Amts-)Anschluss angeschlossen. Die Verkabelung ist eine beliebte Fehlerquelle, d.h. im besten Fall verwendet man hierfür das Originalkabel.

In der Fritz!Box Fon wird Festnetz aktiviert und als „Festnetznummer“ die 540 eingetragen. Die entsprechenden Telefone (FON 1-3) erhalten je nach Erfordernis als weitere Zuordnung „Festnetz: 540“.

Rufst man nun von der Auerswald-Anlage intern die 540 an, so klingeln die Telefone der Fritz!Box Fon, die „Festnetz: 540“ eingetragen haben.

Soll also für eine bestimmte DDI am Anlagenanschluss (oder MSN an einem Mehrgeräteanschluss) der Tk-Anlage auch ein Telefon an der Fritz!Box Fon klingeln, so trägt man einfach die 540 in der Rufverteilung für diese DDI (oder MSN) mit ein.

Vierter Schritt: Fallback Fritz!Box Fon an die Auerswald-Anlage

Wird in der Fritz!Box Fon entschieden, dass ein abgehender Anruf nicht per VoIP, sondern per Festnetz laufen soll, muss ein Fallback an die Auerswald-Anlage realisiert werden.

Dies kann passieren, wenn

  • ein VoIP-Anbieter aufgrund von Fehlern nicht registriert ist
  • der Internetzugang ausfällt
  • der VoIP-Anbieter belegt ist
  • LCR/Wahlregeln den Weg über Festnetz für günstiger halten.

Für das Fallback verwendet man die Kopplung, die im vorigen Schritt realisiert wurde. Die Auerswald-Anlage ist nun quasi das ISDN-Amt für die Fritz!Box Fon. In der Fritz!Box Fon kann man also auch das Festnetz-Fallback aktivieren.

In der Auerswald-Anlage wird auf dem internen S0-Bus, der für die Kopplung zur Fritz!Box Fon verwendet wurde, eine Nebenstelle 541 eingerichtet. Die Nebenstelle 541 erhält eine spontane Amtsholung, jedoch ohne Berechtigung für VoIP (Gesprächseinleitung über GSM/VoIP in den Teilnehmereigenschaften von 541 nicht erlauben sowie Amtsberechtigung dienstlich und privat für S0-2 auf „Keine“ setzen).

Ruft nun ein interner Teilnehmer beispielsweise die 0-007-918-33998800 an (Russland Mobilfunk) und hat die Ausnahmeroutingtabelle 007 → S0-2 (Routing per VoIP) definiert , so wird das Gespräch an die Fritz!Box Fon geleitet. Hat diese eine Wahlregel 007 über www.internetcalls.com (Russland Festnetz), jedoch 0079 (Russland Mobilfunk) über Festnetz (da günstiger), so wird das Fallback genutzt. Also geht der Ruf über den „Festnetz“-Anschluss der Fritz!Box Fon wieder zurück an die Auerswald-Anlage und (aufgrund der fehlenden Berechtigung für das VoIP-Amt) von dort per ISDN (ggf. mit LCR in der Auerswald-Anlage) über das Festnetz nach draussen.

Dies funktioniert allerdings erst korrekt ab der Firmware 1.8D.

 
pbx/isdn/auerswald/cb-fbf/start.txt · Zuletzt geändert: 2006/09/05 03:20 von gandalf94305
 
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