Sipura SPA-3000 als Gatway an einer analogen Nebenstelle einer Tk-Anlage

Die Konfiguration des Sipura SPA-3000 für den Anschluß von Line 1 erfolgt für einen Provider in der Art, daß Anrufe von der analogen Leitung nach draußen und von draußen herein möglich sind. Dies kann mit einem analogen Telefon verifiziert werden.

Wird der SPA-3000 hinter einem NAT-Router betrieben, sollten auf diese Weise erst einmal die Netzwerkkomponenten korrekt konfiguriert werden, insbesondere bezüglich der Frage ob STUN verwendet werden muß/darf und welche Ports freizugeben sind.

Die Anzahl der Optionen ist erschreckend, wenn man zunächst das Webinterface studiert… die tatsächlich relevanten Modifikationen lassen sich jedoch auf wenige, wiederverwendbare reduzieren.

Vorbereitung zur Tk-Kopplung

Der FXO-Port des SPA-3000 wird mit einem analogen Port der Tk-Anlage verbunden. Hier ist die Anschlußbelegung der Stecker zu beachten, damit wirklich eine Verbindung zustande kommt. Es gibt einige Anlagen (gerüchteweise Siemens), die nicht die beiden mittleren Kontakte (a/b) belegen.

Im folgenden werden für die verschiedenen Konfigurationsseiten Abweichungen der Standardkonfiguraiton wiedergegeben.

Verwendung von ein oder zwei VoIP-Accounts

Auf Line 1 kann ein VoIP-Account für eingehende Anrufe eingerichtet werden, der per Rufumleitung an der PSTN Line, d.h. der Tk-Anlage signalisiert wird. Hierzu wird bei die Nummer des Teilnehmers oder der Gruppe, die VoIP-Anrufe an der Tk-Anlage erhalten soll, konfiguriert. Für ein- und abgehende Anrufe per Tk-Anlage kann der unter PSTN Line konfigurierte VoIP-Account verwendet werden.

Ein SPA-3000 kann auch mit nur einem VoIP-Account arbeiten. In diesem Fall ist die Konfiguration für [Line 1] und [User 1] zu überspringen und es wird

[Line 1]<Line Enable>=NO
gesetzt.

[SIP] Konfigurationsseite

Wiederholte Versuche zur Registrierung können häufiger durchgeführt werden, da typischerweise kurzfristige Netzwerkstörungen die Ursache sind. Man kann den Long Interval Timer jedoch auch auf 1200 stehen lassen.

[SIP]<Reg Retry Intvl>=15
[SIP]<Reg Retry Long Intvl>=30
[SIP]<RTP Port Min>=16384
[SIP]<RTP Port Max>=16512
[SIP]<RTCP Tx Interval>=2
Im Betrieb hinter einem symmetrischen NAT-Router (z.B. D-Link 624+) können diese Optionen helfen:
[SIP]<Handle VIA received>=YES
[SIP]<Insert VIA received>=YES
[SIP]<Handle VIA rport>=YES
[SIP]<Insert VIA rport>=YES
[SIP]<Substitute VIA Addr>=YES
[SIP]<Send Resp to Src Port>=YES
[SIP]<STUN Enable>=NO

[Provisioning] Konfigurationsseite

[Provisioning]<Provision Enable>=NO

[Regional] Konfigurationsseite

[Regional]<Dial Tone>=425@-19;30(*/0/1)
[Regional]<Busy Tone>=425@-19;10(.48/.48/1)
[Regional]<Reorder Tone>=425@-19;10(.24/.24/1)
[Regional]<Ring Back Tone>=425@-19;*(1/4/1)
[Regional]<MWI Dial Tone>=425@-19;2(.1/.1/1);10(*/0/1)
[Regional]<Cfwd Dial Tone>425@-19;2(.2/.2/1);10(*/0/1)
[Regional]<Ring1 Cadence>=60(1/4)
[Regional]<CWT1 Cadence>=30(.2/.2,.2/5)
[Regional]<Ring Voltage>=60
[Regional]<CWT Frequency>=425@-19
[Regional]<Time Zone>=GMT+01:00
[Regional]<Daylight Saving Time Rule>=start=3/-1/7/2;end=10/-1/7/3;save=1
[Regional]<FXS Port Input Gain>=-1
[Regional]<FXS Port Output Gain>=-1
[Regional]<Caller ID Method>=ETSI FSK
[Regional]<Caller ID FSK Standard>=v.23

[Line 1] Konfigurationsseite

[Line 1]<Line Enable>=YES

Die NAT-Einstellungen sollten erprobt werden. Hier ist ein Szenario mit symmetrischem NAT dargestellt.

[Line 1]<NAT Mapping Enable>=YES
[Line 1]<NAT Keep Alive Enable>=YES
[Line 1]<NAT Keep Alive Msg>=
Der SIP-Port muß entsprechend gewählt werden, damit keine Konflikte mit anderen SIP-Geräten auftreten. Insbesondere sollte der SIP-Port im NAT-Router weitergeleitet werden. Das folgende Beispiel konfiguriert sipgate.de. Für andere Provider sind entsprechende Werte einzutragen.
[Line 1]<SIP Port>=5060
[Line 1]<Proxy>=sipgate.de
[Line 1]<Outbound Proxy>=sipgate.de
[Line 1]<Use Outbound Proxy>=YES
[Line 1]<Use OB Proxy in Dialog>=YES
[Line 1]<Register>=YES
[Line 1]<Make Call Without Reg>=NO
[Line 1]<Register Expires>=1800
[Line 1]<Ans Call Without Reg>=YES
[Line 1]<Use DNS SRC>=NO
[Line 1]<DNS SRV Auto Prefix>=NO
[Line 1]<Proxy Fallback Intvl>=3600
[Line 1]<Proxy Redundancy Method>=Normal

Die Subscriber-Informationen werden entsprechend den Zugangsdaten auszufüllt.

[Line 1]<Preferred Codec>=G729a
[Line 1]<Use Pref Codec Only>=NO
[Line 1]<DMTF Tx Method>=InBand+INFO
[Line 1]<Auto PSTN Fallback>=NO
[Line 1]<Dial Plan>=(*xx|xx.)

Dieser Dial-Plan läßt gewählte Nummern direkt durch. So können auch sipgate-interne Nummern angerufen werden, die ansonsten eine Ortsvorwahl automatisch als Präfix bekämen. Alternativ kann dieser Dialplan verwendet werden, der das Verhalten eines normalen deutschen Telefons bezüglich Ortsgesprächen (ohne führende Null), nationalen Gesprächen (führende Null) und internationalen Gesprächen (zwei führende Nullen) simuliert und alles auf internationale Syntax ergänzt.

[Line 1]<Dial Plan>=(<**:>[2-9]|<:0049711>[1-9]xx.|<0:0049>[1-9]xxxx.|<00:00>[1-9])
wobei hier 0049711 durch den Präfix für den eigenen Ort zu ersetzen ist. 0049711 für Stuttgart, 004930 für Berlin, 004989 für München, etc.

[User 1] Konfigurationsseite

Im User 1 wird eine Weiterleitung eingehender Anrufe auf die entsprechende Gruppe oder Ziel-Nebenstelle der Tk-Anlage durchgeführt, die klingeln soll, wenn ein VoIP-Gespräch über Line 1 eingeht. Nehmen wir an, diese Nebenstelle ist die Nummer 55, so wird konfiguriert

[User 1]<Cfwd All Dest>=55@gw0
[User 1]<Cfwd No Ans Delay>=10

[PSTN Line] Konfigurationsseite

[PSTN Line]<Line Enable>=YES

Die NAT-Einstellungen werden identisch zur [Line 1] vorgenommen.

SIP Konfiguration

Als SIP-Port muß für den zweiten Account ein anderer Port gewählt werden, z.B. 5061. Dieser Port ist im NAT-Router weiterzuleiten. Das folgende Beispiel konfiguriert sipgate.de. Für andere Provider sind entsprechende Werte einzutragen.

[PSTN Line]<SIP Port>=5061
[PSTN Line]<Proxy>=sip1.voipbuster.com
[PSTN Line]<Outbound Proxy>=sip1.voipbuster.com
[PSTN Line]<Use Outbound Proxy>=YES
[PSTN Line]<Use OB Proxy in Dialog>=YES
[PSTN Line]<Register>=YES
[PSTN Line]<Make Call Without Reg>=NO
[PSTN Line]<Register Expires>=1800
[PSTN Line]<Ans Call Without Reg>=YES
[PSTN Line]<Use DNS SRC>=NO
[PSTN Line]<DNS SRV Auto Prefix>=NO
[PSTN Line]<Proxy Fallback Intvl>=3600
[PSTN Line]<Proxy Redundancy Method>=Normal

Die Subscriber-Informationen werden entsprechend den Zugangsdaten auszufüllt.

[PSTN Line]<Preferred Codec>=G711a
[PSTN Line]<Use Pref Codec Only>=NO

Abgehende Anrufe (PSTN to VoIP)

Manche VoIP-Anbieter (z.B. Voipbuster, Sipdiscount) benötigen einen Dial Plan, der alle Nummern in internationale Syntax bringt:

[PSTN Line]<Dial Plan 1>=(<**:>[2-9]|<:0049711>[1-9]xx.|<0:0049>[1-9]xxxx.|<00:00>[1-9])
wobei hier 0049711 durch den Präfix für den eigenen Ort zu ersetzen ist. 0049711 für Stuttgart, 004930 für Berlin, 004989 für München, etc.

In der Konfiguration für den PSTN-to-VoIP Gateway:

[PSTN Line]<PSTN-To-VoIP Gateway Enable>=YES
[PSTN Line]<PSTN Ring Thru Line 1>=NO
[PSTN Line]<PSTN CIS for VoIP CID>=YES
[PSTN Line]<PSTN Caller Default DP>=1
[PSTN Line]<Off Hook While Calling VoIP>=YES
[PSTN Line]<Line 1 Signal Hook Flash to PSTN>=Disabled
[PSTN Line]<VoIP Answer Delay>=3

Eingehende Anrufe (VoIP-to-PSTN)

Ein zweiter Dial Plan bestimmt, wie eingehende Anrufe zu behandeln sind:

[PSTN Line]<Dial Plan 2>=(S0<:55>)
Dies wird verwendet, um alle eingehenden Anrufe auf dem VoIP-Account der PSTN-Line an die Nebenstelle/Gruppe 55 der angeschlossenen Tk-Anlage weiterzuleiten. S0 als Präfix bedeutet in diesem Fall, daß unmittelbar nach Eingang des VoIP-Anrufs die Signalisierung am FXO-Port beginnt und nicht auf weitere Ziffern gewartet wird.

In der Konfiguration für den VoIP-to-PSTN Gateway:

[PSTN Line]<VoIP-to-PSTN Gateway Enable>=YES
[PSTN Line]<Line 1 VoIP Caller DP>=2
[PSTN Line]<VoIP Caller Default DP>=2
[PSTN Line]<PSTN Answer Delay>=1

Disconnect Tones

Der Sipura 3000 muß in die Lage versetzt werden, das Ende von Gesprächen, die durch die Tk-Anlage beendet werden, zu erkennen.

[PSTN Line]<Detect PSTN Long Silence>=YES
[PSTN Line]<PSTN Long Silence Duration>=30
[PSTN Line]<Detect VoIP Long Silence>=YES
[PSTN Line]<VoIP Long Silence Duration>=30

Weiterhin sollte der Disconnect Tone konfiguriert werden. Die Dokumentation der Syntax dieser Tone Strings gibt es übrigens nicht in der Sipura 3000 Dokumentation, sondern in der Sipura 841 Dokumentation.

[PSTN Line]<Detect Disconnect Tone>=YES
[PSTN Line]<Disconnect Tone>=TONESCRIPT
wobei TONESCRIPT durch eine anlagenspezifische Sequenz zu ersetzen ist, die den jeweiligen Disconnect Tone definiert. SPA-3000 ist recht genau in Bezug auf Frequenzen, d.h. es ist zu erwarten, daß eine Frequenz von 427 Hz nicht mit einer Einstellung von 425 Hz erkannt wird. Weiterhin sollten die Intervalle (z.B. 0,48 Sekunden) möglichst genau gewählt werden, da 0,05 Sekunden schon einen deutlichen Unterschied machen können. Ein üblicher Disconnect Tone in Deutschland ist
425@-30,425@-30;1.4(.5/.5/1+2)
Für verschiedene Telefonanlagen kann dieser jedoch auch anders lauten.

Diese Liste von Disconnect Tones für eine Reihe von Telefonanlagen kann über die genauen Einstellungen Aufschluß geben.

Weitere Einstellungen

SPA-3000 ist empfindlich bezüglich der Spannungen an den Leitungen zur Erkennung, ob eine Leitung frei ist. Man sollte die Spannung <Line-In-Use Voltage> so anpassen, daß bei Inaktivität („On Hook“) ein Spannungswert ein paar Volt unter dem auf der Infoseite angezeigten eingestellt ist. Es kann beispielsweise sein, daß die Spannung um 30V beträgt, jedoch manchmal auf 29V absackt. SPA-3000 nimmt dann an, daß die Leitung OffHook/belegt ist, obwohl niemand abgehoben hatte. Ein üblicher Wert ist 25V.

[PSTN Line]<Line-In-Use Voltage>=25

Für den Fall, daß beim Übergang zwischen Tk-Anlage und Sipura 3000 ein paar Ziffern verschluckt werden, da wohl nicht schnell genug die Erkennung läuft, hilft es, alle möglichen Timer und auch die Ring-Detection auf recht kleine Werte zu bringen. Das sind im wesentlichen

[PSTN Line]<PSTN Answer Delay>=0
[PSTN Line]<Ring Validation Time>=150ms
[PSTN Line]<Ring Indication Delay>=0
[PSTN Line]<Ring Timeout>=640ms

Konfiguration seitens der Tk-Anlage

In der Tk-Anlage muß die Gruppe bzw. Nebenstelle eingerichtet werden, über die eingehende VoIP-Anrufe signalisiert werden sollen.

Für die folgenden Tk-Anlagen gibt es detailliertere Anleitungen:

 
pbx/analog/sipura3000/start.txt · Zuletzt geändert: 2008/09/11 20:25 von bomo
 
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