Namen und DNS im Internet

Diese Seite ist als Einführung für Einsteiger gedacht. Weiterführende Informationen zu DNS beschreiben die einzelnen Eintragsarten.

IP-Adressen

Jedes System im Internet verfügt über eine sogenannte IP-Adresse, über die es eindeutig angesprochen werden kann. IP-Adressen sind in Teilnetzen zusammengefasst, zwischen denen Router Pakete weiterleiten.

Systeme, die direkt mit dem Internet verbunden sind, verfügen über eine öffentliche IP-Adresse, d.h. eine, über die dieses System von irgendeinem anderen System im Internet aus direkt angesprochen werden kann. Die Vergabe solcher öffentlicher IP-Adressen erfolgt durch Internet-Service-Anbieter, wenn man die Internetverbindung herstellt.

Normalerweise erhält man je Internetzugang nur genau eine solche, öffentliche IP-Adresse, d.h. will man mehr als ein Gerät verwenden, benötigt man einen kleinen Trick: den NAT-Router. Ein NAT-Router besorgt sich vom Internet-Service-Anbieter eine öffentliche IP-Adresse und vergibt intern an die verschiedenen Geräte im lokalen Netz eigene IP-Adressen aus einem besonderen Bereich. Diese haben häufig die Form 192.168.x.y. Der NAT-Router versteckt nun über ein Verfahren (NAT = Network Address Translation) zur Umsetzung der internen Adressen auf die öffentliche Adressen in Datenpaketen und ermöglich so jedem PC und sonstigen Gerät im lokalen Netz den Internetzugang.

Namen

IP-Adressen sind wenig aussagekräftig und zudem können sie sich ändern, z.B. wenn ein System bei Neuverbindung mit dem Internet eine andere IP-Adresse erhält, wenn ein Server umzieht, oder wenn ein Ersatzserver verwendet wird.

Daher verwendet man im Internet normalerweise Namen, die in einer hierarchischen Struktur organisiert sind: dem Domain-amen-System - DNS. Namen bestehen aus Bezeichnungen, die durch Punkt getrennt sind.

Beispiel: www.informatik.uni-stuttgart.de

  • de - Deutschland
  • uni-stuttgart - die Universität Stuttgart in Deutschland
  • informatik - die Fakultät Informatik an der Uni Stuttgart
  • www - der Haupt-Webserver der Fakultät Informatik

Mit Domainnamen werden IP-Adressen assoziiert. Beim Zugriff mit einem Webbrowser auf http://www.informatik.uni-stuttgart.de führt der Browser eine DNS-Abfrage durch, um die zugehörige IP-Adresse zu finden. Man kann dies auch manuell auf Kommandozeilenebene durchführen:

# nslookup www.informatik.uni-stuttgart.de
Name:    inf.informatik.uni-stuttgart.de
Address:  129.69.211.2
Aliases:  www.informatik.uni-stuttgart.de
#

Die Eingabe von http://www.informatik.uni-stuttgart de ist also in Wirklichkeit ein Zugriff auf das System mit der IP-Adresse 129.69.211.2.

Domainnamen können auch mehr als eine IP-Adresse zugeordnet haben. Dann bestehen mehrere Möglichkeiten, z.B. bei sehr häufig genutzten Servern:

# nslookup www.google.de
Name:    www.l.google.com
Addresses:  66.102.9.147, 66.102.9.99, 66.102.9.104
Aliases:  www.google.de, www.google.com
#

Kann man immer IP-Adressen statt Domainnamen verwenden?

Domainnamen sind logische Namen, die erst über die Abbildung auf eine IP-Adresse ein konkretes System identifizieren. Oft können IP-Adressen einfach anstelle von Domainnamen verwendet werden, ohne daß ein Unterschied feststellbar ist. Dies hängt jedoch vom jeweiligen Dienst ab.

  • „ping <server>“ schickt ein Datenpaket zu dem angegebenen Server und wartet auf eine Echo-Antwort. Dadurch lassen sich Konnektivität und Laufzeiten testen. Da man genau ein System anspricht, kann als “<server>“ entweder ein Domainname oder eine IP-Adresse verwendet werden. Besitzt der Domainname mehrere IP-Adressen, so wird i.a. die erste genutzt.
  • „telnet <server>“ erlaubt einem Anwender, sich interaktiv auf einem Server einzuloggen und dort auf Kommandozeilenebene Befehle einzugeben. Mit Eingabe von „exit“ wird diese Verbindung beendet. Auch hier handelt es sich um ein eindeutiges System, d.h. Domainnamen und IP-Adressen können gleichwertig benutzt werden.
  • Webzugriffe auf http://www.xyz.com führen auch zu Zugriffen auf genau einen Server, jedoch wird normalerweise der Seitenanfrage noch die verwendete Domain mitgeschickt. Das führt dazu, daß http://www.xyz.com und http://www.hallo.def.com vielleicht im Endeffekt auf die gleiche IP-Adresse zugreifen, jedoch die Tatsache, daß im einen Fall www.xyz.com und im anderen www.hallo.def.com verwendet wurde, zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Verwendet man hier einfach die IP-Adresse des Servers, so kann dies zu Fehlern oder unerwarteten Seitenanzeigen führen.
  • VoIP mit SIP verwendet im DNS sogenannte SRV-Einträge, um festzustellen, welche SIP-Server zuständig sind. Gibt man also als Registar z.B. dus.net an, so zeigt der SRV-Eintrag im DNS tatsächlich auf proxy.dus.net (83.125.8.46). Würde man hier die IP-Adresse von dus.net (83.125.8.45) verwenden, hätte man einen falschen Server versucht. Bei Angabe von IP-Adressen als Registrar werden SRV-Einträge überhaupt nicht geprüft.
  • VoIP mit SIP verwendet SIP-URIs zur Identifikation von Teilnehmern. Die Verwendung von IP-Adressen anstelle von Namen in SIP-URIs der Form sip:user@domain ist dann nicht möglich, wenn der Registrar den Domain-Teil auch auswertet und damit die IP-Adresse nicht zulässig ist.

Die Nutzung von IP-Adressen anstelle von Domainamen kann also in bestimmten Fällen zu anderen Ergebnissen führen.

 
internet/namen.txt · Zuletzt geändert: 2006/09/28 11:05 von gandalf94305
 
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