DSL: Digital Subscriber Line

DSL ist ein Sammelbegriff für verschiedene Breitbandtechnologien, die hohe Bandbreiten über gewöhnliche Kupferkabel des Telefonnetzes ermöglichen.

  • Endkunden setzen ein DSL-Modem ein, das Signale (Netzwerkverkehr) moduliert und an die Vermittlungsstelle überträgt.
  • Ab der Vermittlungsstelle werden diese Signale wieder demoduliert und als digitaler Verkehr über einen breitbandigen Backbone zu Providern übertragen.
  • Provider stellen das Routing des Verkehrs über ihr Netzwerk ins Internet zur Verfügung.

Es gibt im wesentlichen drei Formen von DSL in Deutschland und Österreich:

  • ADSL (asymmetric digital subscriber line) bei dem die Bandbreite für eingehenden Verkehr (Downstream) deutlich höher ist als für abgehenden Verkehr (Upstream). Dies spiegelt das Verhalten beispielsweise bei Webzugriffen oder dem Abruf von Diensten im Internet für Audio-Streaming wider. ASDL wird heute mit Bandbreiten für Downstreams von 768, 1024, 2048, 3072 und 6144 kbit/s angeboten. Upstreams bewegen sich typischerweise im Bereich von ca. 1/8 bis 1/2 der Downstream-Rate, d.h. es gibt Kombinationen wie beispielsweise 2048/192, 2048/256 oder 2048/384. ADSL erlaubt Downstream-Raten von bis zu 8 Mbit/s.
    ADSL gibt es in Varianten für POTS/analoge Anschlüsse (auch als Annex A bezeichnet) und für ISDN (auch als Annex B bezeichnet). In Deutschland werden ISDN/Annex B Anschlüsse installiert, in Österreich gibt es beide Varianten, jedoch mehr POTS/Annex A. Als Folge davon unterstützen viele in D angebotene Geräte ausschließlich Annex B sind und daher für einen Großteil der österreichischen User nicht verwendbar (z.B. die neuen Fritz!Box Modelle).
    Der Großteil der ADSL-Anschlüsse in DE wird über die Infrastruktur der Deutschen Telekom realisiert, der Großteil der Anschlüsse in AT über die Infrastruktur der Telekom Austria.
  • ADSL2 und ADSL2+ bieten deutlich höhere Übertragungsraten Downstream, beispielsweise 16 Mbit und mehr.
  • SDSL ist eine symmetrische Variante, bei der Upstream und Downstream die gleiche Bandbreite aufweisen. SDSL ist in Deutschland eher selten im Privatbereich zu finden und kostenintensiver; in AT wird SDSL vor allem im Profi-User, Home-Office und KMU Bereich angeboten, von unabhängigen Providern und nur im Bereich bereits „entbündelter“ Wählämter.

DSL Anschluß

An einem DSL-Anschluß wird zunächst ein Splitter angebracht, der die Frequenzbereiche für ISDN oder POTS und DSL trennt. Am Splitter sind Anschlüsse für Telefon (ISDN oder analog) und DSL-Modem vorhanden.

Das DSL-Modem ist für die Modulation/Demodulation des DSL-Signals aus dem Datenverkehr, der typischerweise per USB oder Ethernet angeschlossen wird, zuständig.

Endgeräte können mit Hilfe eines WAN-Protokolls (in DE: PPPoE (PPP over Ethernet), in AT: PPPoA (PPP over ATM)) Verbindungen durch DSL zu einem Internet-Provider aufbauen. Über die WAN-Verbindung werden verkapselt Ethernet-Pakete versandt und empfangen. In AT wird bei Einzelplatz-Zugängen für die Verbindung vom Rechner zum ADSL-Modem das Protokoll PPtP eingesetzt.

Die Fastpath-Option, die bei manchen DSL-Anbietern optional zu buchen ist, reduziert die Verzögerung von Paketen und wirkt damit bei VoIP Problemen mit Echo und hörbaren Verzögerungszeiten zwischen den Teilnehmern entgegen. Die Wahl eines geeigneten Codecs kann hier jedoch auch schon Abhilfe schaffen.

Mehr Informationen zu Fastpath und VoIP

Nutzung von DSL

Zur Nutzung von DSL werden typischweise ein DSL-Modem plus Router oder ein geeigneter Router mit integriertem DSL-Modem verwendet, die zunächst per PPPoE (in DE) oder PPPoA (in AT) eine Verbindung zu einem Provider etablieren, Zugangsdaten zur Identifikation übermitteln und dann per DHCP eine IP-Adresse, Default-Gateways und DNS-Server zugewiesen erhalten.

Je nach Provider ist die Verwendung der übermittelten DNS-Server mandatorisch oder optional, in Abhängigkeit davon, ob der Provider freie Zugriffe auf das Internet gestattet oder nur via Proxies für alle wesentlichen Funktionen.

Anbieter

Anbieter eigener DSL-Infrastruktur (nur mit Telefonanschluß):

  • T-Com T-DSL (erfordert einen T-Net oder T-ISDN Anschluß)
  • Arcor DSL (erfordert einen Arcor ISDN Anschluß)

Anbieter eigener DSL-Infrastruktur (auch ohne Telefonanschluß):

Schweiz:

Weitere Informationen:

 
internet/dsl.txt · Zuletzt geändert: 2006/10/15 19:52 von Novize
 
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