Mögliche Probleme bei VoIP: Sprachqualität

Eine Reihe der möglichen Probleme liegen in den Telefonen oder Headsets begründet, die als Endgeräte genutzt werden. Details hierzu und mögliche Gegenmaßnahmen finden sich in den Seiten über analoge Telefonie bzw. ISDN.

Zusätzlich zu diesen Störungen können Fehleranfälligkeiten der VoIP-Protokolle und -Verfahren zur Übertragung von Sprache kommen.

  • Aussetzer
    • durch nicht isochrone Übertragung von Datenpaketen, d.h. Verzögerungen, die beim Empfänger nicht kompensiert werden können und daher zu einem Wiederaufsetzen nach Resynchronisation führen. Pakete aus dem übersprungenen Zwischenzeitraum fehlen, d.h. die Sprache setzt hier aus.
    • durch verlorene Pakete im Netzwerk aufgrund von Übermittlungsfehlern - ab ca. 10% Verlustrate wird die Sprachübermittlung wesentlich gestört.
    • in der falschen Reihenfolge beim Empfänger ankommende Pakete.
    • sehr beliebt ist auch das Überlasten des Netzwerks mit Anwendungen wie eMule oder Bittorrent. Kritisch sind neben der Bandbreite, die diese Anwendungen nutzen, vor allem auch die Anzahl der Verbindungen zu einem gewissen Zeitpunkt sowie die Anzahl von Verbindungen pro Minute, denn dies kann zu einer Überlastung der NAT-Tabellen führen. Manche Router (z.B. D-Link, Fritz!Box Fon) frieren dann ein oder rebooten. Siehe auch → Filesharing als Problemursache
  • Verzerrungen
    • blecherne und dynamikreduzierte Sprachsignale werden durch Wahl zu stark komprimierender Codecs hervorgerufen. Dies ist ggf. Folge einer zu geringen Bandbreite im Netzwerk. Codecs mit geringerer Bandbreite sollten gewählt werden (z.B. iLBC).
  • Echos
    • durch Übersprechen der sendenden Leitung auf die empfangende Leitung
    • durch Verzögerungen in der Signallaufzeit und damit Unterlaufen der Echounterdrückung.
  • Kein Ton
    • Zusätzlich zum Setup einer Verbindung via SIP müssen die eigentlichen Sprachdaten übertragen werden. Dies erfolgt über ein anderes Protokoll: RTP.
    • Ist beidseitig kein Ton zu hören, so werden die RTP-Pakete üblicherweise durch einen Router oder Firewall geblockt oder falsch weitergeleitet.
    • Ist nur einseitig kein Ton zu hören, so wird die RTP-Verbindung nur einseitig geblockt - typischerweise der eingehende Datenstrom, d.h. man hört vom Angerufenen nichts, dieser versteht jedoch den Anrufer ohne weiteres.
    • Die Wahl der falschen Codecs kann verhindern, daß Sprachdaten, die zwar korrekt übermittelt werden, korrekt decodiert werden (kein eingehender Ton).
 
infrastruktur/voip/probleme/start.txt · Zuletzt geändert: 2006/04/25 15:34 von gandalf94305
 
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