Skripte und Dateien "permanent" auf die Box bringen

Die Fritzbox besitzt zwei Speicherbereiche:

  1. den Flash
  2. den Arbeitsspeicher (RAM)

Um im laufenden Betrieb Dateien anzulegen und zu verändern, lässt sich das Verzeichnis /temp nutzen. Es liegt im Arbeitsspeicher in einer RAM-Disk und arbeitet wie ein normales beschreibbares Dateisystem. Folgende Dinge sind jedoch zu beachten:

  • Es nutzt den vorhandenen Arbeitsspeicher mit, der je nach Box bis zu 32MB gross ist. Wird die Menge der Daten im Arbeitsspeicher zu gross, startet die Box ohne Vorwarnung neu.
  • Alles, was im Arbeitsspeicher liegt, ist nach einem Reboot oder Stromausfall verloren.

Die Möglichkeiten

Um auch nach einem Neustart alle nötigen Dateien verfügbar zu haben, gibt es fünf Möglichkeiten:

1. ds-mod

Diese modifizierte Firmware erlaubt es, Dateien direkt in ein modifiziertes Firmware-Image zu schreiben, das dann auf die Fritzbox geflasht wird. Die Dateien befinden sich dann im nur lesbaren Dateisystem (mtd0) des Flash-Speichers.

Pro:

  • Einfaches Handling
  • keine bestehende Internetverbindung erforderlich


Kontra:

  • die modifizierte Firmware muss geflasht werden
  • der Flash-Speicher ist kleiner als das RAM und meist eh schon fast voll (Ausnahme: die Fritz!Boxen mit 8MB Flash, z.B. die FON WLAN 7170)


2. Erzeugen der Dateien aus der debug.cfg

Beim Booten werden die gewünschten Dateien im Verzeichnis /temp neu erstellt. Dazu wird das Script debug.cfg missbraucht, das beim Starten der Fritz!Box automatisch ausgeführt wird. Da die debug.cfg selbst im beschreibbaren TFFS des Flash (mtd3/4) liegt, gehen ihre Inhalte beim Reboot nicht verloren.

Beispiel:
Der Code wird einfach in die debug.cfg eingefügt. Am einfachsten geht es mit Putty:
- mit der Box via telnet / SSH verbinden
- nvi /var/flash/debug.cfg
- an der passenden stelle „i“ drücken - Code in Zwischenablage kopieren
- rechte Maustaste auf Putty fügt den Text ein (leider verschiebt sich das Einrücken, was aber der Funktion keinen Abbruch tut)
- nacheinander ESC ESC : w q RETURN drücken (Abbrechen wäre: ESC ESC : q ! RETURN)
- Neustarten

Hier wird ein Skript erzeugt, das sich mit /var/tmp/checkonline.sh aufrufen lässt. Es zeigt an, welcher der neun Rechner im FB-LAN online ist. Wichtig ist, daß der „Endmarker“ (hier 'ENDCHECK') nicht eingerückt ist. Die letzte Zeile macht das Script ausführbar. Abbruch mit STRG+C.

cat > /var/tmp/checkonline.sh << 'ENDCHECK'
#!/bin/sh

while [ 1 = 1 ]
do
     clear
     echo Online:
     date
     echo ------------------------------------------------
     for a in "2 Desktop1" "3 Michael" "20 Christina" "21 -" "22 -" "23 -" "24 -" "25 -" "26 -" "27 -" "28 -"  "29 -" "45 FB WLAN SL(WDS)"

     do
              ping -c 1 192.168.178.$a |grep "bytes from ">/dev/null && echo 192.168.178.$a &
     done
     sleep 1
     echo ------------------------------------------------
     sleep 9
done

ENDCHECK
chmod +x /var/tmp/checkonline.sh


Pro:

  • funktioniert auf jeder Box
  • keine bestehende Internetverbindung erforderlich


Kontra:

  • funktioniert nur mit ASCII-Dateien, wie z.B. mit Skripten oder Konfigurationsdateien
  • werden Änderungen an diesen Dateien vorgenommen, müssen diese auch wieder in die debug.cfg übernommen werden


3. Nachladen von Webserver

Beim Booten werden alle gewünschten Dateinen aus dem Internet oder von einem Webserver im Intranet auf die Box geladen.

Pro:

  • funktioniert mit allen Dateien, auch mit binären. Notwendig z.B. für nachgeladene Programme wie z.B. bFTP, dropbear(SSH) oder OpenVPN,…
  • funktioniert auf jeder Box
  • Umgeht die Probleme des knappen Flash-Speichers
  • Änderungen lassen sich leicht am Rechner mit dem eigenen Editor (z.B. TextPad) vornehmen (Achtung: Auf UNIX-Formatierung achten!) und dann auf den Webspace hochladen.
  • wer mehrere Fritz!Boxen oder Router hat, kann so auf einmal die Konfiguration für alle gleichzeitig anpassen


Kontra:

  • bestehende Internetverbindung oder laufender interner Webserver erforderlich
  • private Dateien wie z.B. „secret keys“ für SSH oder VPN dürfen keinesfalls im Web abgelegt werden! Wer dies tut, kann sich Verschlüsselung gleich sparen.



4. Nachladen vom USB Stick

Beim Booten werden alle gewünschten Dateinen direkt vom USB Stick bzw. via FTP vom internen FTP Server auf die Box geladen.

Pro:

  • funktioniert mit allen Dateien, auch mit binären. Notwendig z.B. für nachgeladene Programme wie z.B. bFTP, dropbear(SSH) oder OpenVPN,…
  • Umgeht die Probleme des knappen Flash-Speichers
  • Änderungen lassen sich leicht am Rechner mit dem eigenen Editor (z.B. Notepadplus) vornehmen


Kontra:

  • funktioniert nur bei vorhendenem USB Slot mit einem USB Stick (bzw. anderem USB Speichermedium)
  • Die USB devices werden, je nach Firmware, leider unter verschiedenen Namen eingebunden, sodaß in der debug.cfg darau eingegangen werden muß.



5. WebDAV-Share mounten

Für den ds-mod gibt es das Paket webdav, über das man einen WebDAV-Share direkt mounten kann. Als Konsequenz werden alle Remote-Dateien so behandelt, als wären sie lokal vorhanden, und zwar ohne gesondertes Nachladen.

Pro:

  • RAM wird nicht mit lokalen Kopien von Dateien gefüllt (abgesehen von der Ausführung)
  • funktioniert mit allen Dateien, auch mit binären
  • funktioniert auf jeder Box
  • umgeht die Probleme des knappen Flash-Speichers
  • sehr komfortabel, da kein Nachladen per debug.cfg nötig ist
  • Änderungen lassen sich leicht am Rechner mit dem eigenen Editor (z.B. TextPad) vornehmen (Achtung: Auf UNIX-Formatierung achten!) und dann auf den WebDAV-Share hochladen.
  • wer mehrere Fritz!Boxen oder Router hat, kann so auf einmal die Konfiguration für alle gleichzeitig anpassen


Kontra:

  • bestehende Internetverbindung und WebDAV-Server (z.B. GMX/1&1 MediaCenter) erforderlich
  • private Dateien wie z.B. „secret keys“ für SSH oder VPN dürfen keinesfalls im Web abgelegt werden! Wer dies tut, kann sich Verschlüsselung gleich sparen.



Die perfekte Lösung ...

gibt es natürlich nicht.
Je nach Anwendungsfall werden die Möglichkeiten kombiniert.

 
gateways/avm/howtos/mods/shell_scripte.txt · Zuletzt geändert: 2007/05/15 14:37 von penkert
 
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