Eigentlich benötigt man nur fünf Dinge, um über das Internet telefonieren zu können:
Als Verständnis dabei vorneweg: Der (1) High-Speed-Internetanschluss, die (2) Flatrate und der (3) VoIP-Account können, müssen aber auch nicht aus einer Hand sein! Man kann z. B.:
Dazu kann man keine generelle Empfehlung abgeben. Der Vorteil, alle drei Leistungen aus einer Hand zu beziehen und damit einen Ansprechpartner zu haben bringt den Nachteil mit sich, weniger flexibel zu sein um auf Leistungs- oder Preisänderungen zu reagieren. Außerdem ist der individuell am besten geeignete DSL-Anbieter nicht immer auch gleichzeitig der individuell am besten geeignete VoIP-Anbieter.
Ganz entscheidend zu beachten aber ist: Was passiert bei einem möglichen späteren Wechsel des High-Speed-Internetanbieters: Ist der VoIP-Account an den High-Speed-Internetzugang gekoppelt und verliert man bei Wechsel des High-Speed-Internetanschlusses auch den VoIP-Account und damit die zugeteilte Rufnummer (sofern man diese nicht portieren kann) oder kann der VoIP-Account weiterhin genutzt werden?
Abhängig von der möglichen Anzahl der gleichzeitig geführten Gespräche mittels VoIP und des restlichen parallelen Datenverkehrs (Download von Dateien, Versand von EMails) sollte die Bandbreite der Internetanbindung (z. B. DSL-1000, DSL-2000, DSL-6000, DSL-16000) ausreichend dimensioniert sein. Wichtig ist dabei insbesondere der zur Verfügung stehende Upload. Mit 128 KBsp Upload (DSL-1000) kann man z.B. ein Gespräch in Festnetzqualität (Codec G.711a) führen, mit 256 KBsp Upload sind es deren drei. Ein Kalkulationsprogramm hierzu findet sich unter http://www.ip-phone-forum.de/cmps_index.php?page=nikotelrechner
Die Erfahrung zeigt aber, dass man lieber etwas großzügiger dimensionieren sollte.
Dazu kann man keine generelle Aussage treffen. Jeder Anbieter hat seine Vor- und Nachteile wie günstiger Preis, schnelle Pingzeiten, guter Service, einfacher und unterbrechungsfreier Anbieterwechsel usw. Bei einigen Anbietern benötigt man nicht zwingend einen herkömmlichen Telefonanschluss mehr (damit entfallen entsprechende Telefonanschlussgrundgebühren), bei anderen Anbietern bekommt man Modem, Router und ggf. auch ein VoIP-Endgerät subventioniert zum Kauf angeboten oder gar kostenlos.
Auch hierzu kann man keine generelle Aussage treffen. Die zahllosen VoIP-Anbieter (VoIP-Provider) bieten ein unterschiedliches Leistungsspektrum zu unterschiedlichen Preisen an. Auch die Quantität in der Vergangenheit aufgetretener Störungen ist ebenso unterschiedlich wie der geleistete Support oder die gebotene Sprachqualität.
Grundsätzlich ist man aber nicht auf einen einzigen VoIP-Anbieter beschränkt. Abhängig von dem eingesetzten VoIP-Endgerät selbst besteht die Möglichkeit, mehrere VoIP-Anbieter gleichzeitig zu nutzen indem man in der Konfigurationsseite des VoIP-Endgeräts mehrere Accounts des gleichen oder aber auch verschiedener VoIP-Anbieter eingibt. Selbstverständlich kann man auch mehrere VoIP-Endgeräte an den Router anschließen und im Konfigurationsmenü jedes einzelnen VoIP-Endgeräts einen anderen (oder auch mehrere) VoIP-Account(s) einrichten.
In der einfachsten Variante (ein VoIP-Softwareprogramm auf einem PC installiert, welcher direkt den Zugang zum Internet herstellt) bedarf es noch nicht einmal eines Routers. In dieser Variante muss jedoch der PC immer eingeschaltet bleiben, damit man abgehende Gespräche aufbauen oder aber Anrufe entgegen nehmen kann. Daher empfiehlt sich der Einsatz eines Routers, welcher den Zugang zum Internet für alle daran angeschlossenen Endgeräte (PC, Laptop, VoIP-Adapter (sog. ATA), VoIP-Telefon usw.) bereitstellt.
Theoretisch sollte jeder beliebige Router ausreichen. Allerdings gibt es in der Praxis ganz erhebliche Unterschiede. Einige Router sind hinsichtlich VoIP wahre Plug & Play-Modelle, andere Router haben sich dagegen als äußert kritisch erwiesen und man bekommt VoIP mit diesen trotz intensiver Bemühungen nicht ordnungsgemäß zum Laufen.
Hardwareseitig schließt man den Router an das DSL-Modem an (manche Router haben ein DSL-Modem bereits integriert und werden daher direkt an die DSL-Leitung angeschlossen). Im Konfigurationsmenü des Routers gibt man dann seine Zugangsdaten des DSL-Flatrate-Anbieters ein.
An den Router wird dann entweder der PC mit dem VoIP-Softwareprogramm oder ein VoIP-Telefon oder eben ein VoIP-Adapter angeschlossen, an den wiederum ein herkömmliches Telefon angeschlossen wird. Manche Router haben einen VoIP-Adapter bereits integriert, so dass man ein analoges / ISDN-Telefon direkt an den Router anschließen kann und keinen separaten VoIP-Adapter benötigt.
Mit der Anmeldung bei einem VoIP-Anbieter bekommt man von diesem eine Rufnummer und entsprechende Zugangsdaten (login-Name, Passwort und Adresse des Servers) zugeteilt. Diese Zugangsdaten gibt man im Konfigurationsmenü des VoIP-Endgeräts ein.
Dabei sollte man sich über die verschiedenen Konfigurationsalternativen im klaren sein.
Wenn man sich bei einem VoIP-Anbieter anmeldet, erhält man bei fast allen in Deutschland ansässigen Providern eine oder auch mehrere neue Rufnummer(n) zur Verfügung gestellt. Es ist auch möglich, dass für jedes Familienmitglied ein eigener VoIP-Account eingerichtet wird und dieses dann unter einer eigenen Rufnummer erreichbar ist. Abhängig vom Provider ist die zugeteilte Rufnummer eine reguläre Festnetznummer aus dem eigenen Ortsvorwahlbereich, eine 0180-Nr. oder eine 032-Nr.
Manche VoIP-Anbieter bieten auch die Portierung der bisherigen Rufnummer an. Nach erfolgter Portierung wird die portierte Rufnummer dann von dem VoIP-Provider verwaltet und man ist auf der bisherigen Rufnummer erreichbar.
Unter der vom VoIP-Anbieter vergebenen bzw. portierten Rufnummer ist man dem Grundsatz nach von jedem Telefon der Welt aus erreichbar.
Ja. Durch die Installation eines VoIP-Endgeräts und der Einrichtung eines VoIP-Accounts erhält man nur die Möglichkeit, zusätzlich und neben der bestehenden Telefonielösung auf technisch anderem Weg und mit neuer Rufnummer, die vom VoIP-Anbieter zugeteilt wurde, Telefonate zu führen: Internettelefonie und herkömmliche Telefonie nutzen zwei verschiedene Leitungen und haben nichts miteinander zu tun.
Nur wenn der herkömmliche Telefonanschluss komplett gekündigt wurde (ggf. mit Portierung der bisherigen Rufnummer zum VoIP-Anbieter ) ist man auf seinem herkömmlichen Telefonanschluss nicht mehr erreichbar.
Da sich am bisherigen Telefonanschluss nichts ändert, kann man wie gewohnt darüber ein (analoger Anschluss) bzw. zwei (ISDN-Anschluss) Gespräch(e) führen.
Hinzu tritt die Möglichkeit, Gespräche zu führen, die über das Internet abgewickelt werden (VoIP). Die Anzahl der gleichzeitig führbaren VoIP-Gespräche hängt dabei allein von der Bandbreite des eigenen Internetanschlusses ab.
Theoretisch benötigt man keinen herkömmlichen Telefonanschluss mehr. In der Praxis ist es allerdings so, dass man in Deutschland in den meisten Fällen einen Highspeed-Internetanschluss (insbesondere DSL-Anschluss) nur in Verbindung mit einem herkömmlichen Telefonanschluss bekommt (Ausnahme: QSC, Tiscali in Frankfurt oder auch Internetanschluss bei Kabelgesellschaften). Dies hat weniger technische als vielmehr kaufmännische Gründe. Daher muss in den meisten Fällen zumindest ein analoger Telefonanschluss weiterhin vorhanden bleiben.
Überdies kann man nicht bei allen VoIP-Anbietern sämtliche Sonderrufnummern (0180 / 0700 / 0800 / 0900) oder auch die Notrufnummern (110 / 112 / 19222) erreichen.
Dies hängt vom persönlichen Bedarf ab; man kann heute auch im analogen Netz praktisch alle Komfortmerkmale nutzen, die ISDN bietet. Da man in den meisten Fällen einen DSL-Anschluss nicht ohne Telefonanschluss bekommt, muss es, wie gerade ausgeführt, zumindest ein analoger Telefonanschluss sein. Die Umstellung von einem ISDN-Anschluss auf einen analogen Anschluss kostet knapp € 60,- – die man durch die niedrigeren Grundgebühren aber in knapp 7 Monaten wieder hereingeholt hat. Bedenken sollte man, dass 2 bisherige Rufnummern erstazlos entfallen; wenn man diese also weiterhin benutzen möchte, muss man diese daher zu einem anderen Anbieter portieren.
Ganz einfach: Man installiert ein VoIP-Softwareprogramm (diese gibt es z.T. kostenlos oder aber in Testversionen mit beschränkter Laufzeit). Danach meldet man sich bei einem VoIP-Anbieter an und erhält von diesem Zugangsdaten und eine neue Rufnummer. Auch dies ist in aller Regel kostenlos. Die Zugangsdaten gibt man dann im Konfigurationsmenü des VoIP-Softwareprogramms ein und danach muss man nur noch das Guthabenkonto bei dem VoIP-Provider mit ein paar Euro aufladen (da deren Angebote zumeist Prepaid sind).